Garzweiler-Tagebau: Kommunen fordern Stiftung für langfristige Bergbauschäden bis 2038
Aneta WilmsenGarzweiler-Tagebau: Kommunen fordern Stiftung für langfristige Bergbauschäden bis 2038
Lokale Behörden in der Nähe des RWE-Tagebaus Garzweiler drängen auf die Einrichtung einer staatlich unterstützten Stiftung, die die langfristigen Kosten nach dem Ende des Bergbaus tragen soll. Der Braunkohle-Tagebau hat bereits Schäden an Häusern verursacht und den Grundwasserspiegel abgesenkt, was zu Forderungen nach klareren Regelungen führt. Mit dem geplanten Ende des Abbaus im Jahr 2038 gewinnen die Diskussionen nun an Fahrt.
Der Tagebau Garzweiler II hat den Grundwasserspiegel weit unter sein ursprüngliches Niveau gedrückt, was in benachbarten Orten zu strukturellen Schäden an Gebäuden geführt hat. In Bedburg weist das Haus von Richard Berrendorf Risse und Setzschäden auf, verursacht durch die Veränderungen im Grundwasser. Bürgermeister Sascha Solbach fordert nun strengere Vorgaben im überarbeiteten Braunkohleplan für Garzweiler, um das Grundwassermanagement zu regeln, bevor weitere Probleme entstehen.
Experten warnen, dass sich das Grundwasser selbst nach dem Ende des Bergbaus erst bis Ende des Jahrhunderts erholen könnte. Der Erftverband, ein regionaler Wasserverband, prognostiziert einen langsamen und ungleichmäßigen Anstieg, der neue Risiken für Gebäude und Infrastruktur mit sich bringen könnte. RWE hat unterdessen Signalbereitschaft gezeigt, über eine dauerhafte Kostenregelung zu verhandeln – allerdings erst, sobald die politischen Verantwortlichen offizielle Gespräche einberufen.
Die betroffenen Kommunen haben noch keinen festen Zeitplan für die Beantragung der Stiftung festgelegt. Dennoch laufen bereits Verhandlungen im Rahmen der allgemeinen Kohleausstiegsvereinbarungen. Da der Tagebau 2038 geschlossen werden soll, rechnen Beamte in den kommenden Jahren mit wachsendem Druck, eine Lösung zu finden.
Die geplante Stiftung soll laufende Ausgaben decken, die mit Bergbauschäden zusammenhängen – von der Wiederherstellung des Grundwasserspiegels bis hin zu Gebäudesanierungen. Ohne eine verbindliche Vereinbarung bleiben betroffene Anwohner wie Berrendorf in Unsicherheit über künftige Entschädigungen. Die Behörden warten nun auf konkrete Schritte vonseiten des Landes und der Unternehmen, um die Angelegenheit zu klären.






