21 February 2026, 10:31

Gedenkabend für Reyhaneh Jabbari: Eine Stimme gegen Unrecht im Iran

Ayatollah Ali Khamenei, der Oberste Führer Irans, sitzt auf einem Stuhl und schreibt auf ein Blatt Papier mit einem Stift, während hinter ihm ein Bücherregal voller Bücher steht.

Gedenkabend für Reyhaneh Jabbari: Eine Stimme gegen Unrecht im Iran

Eine besondere Veranstaltung zu Ehren von Reyhaneh Jabbari

Am 2. März 2026 findet eine besondere Gedenkveranstaltung für Reyhaneh Jabbari statt, eine junge Iranerin, die wegen Notwehr gegen sexuelle Gewalt hingerichtet wurde. Organisiert von Amnesty International, der Dürener Stadtbibliothek und der Initiative gegen die Todesstrafe, steht der Abend im Zeichen von Lesungen aus dem Buch "Wie man ein Schmetterling wird" – verfasst von Reyhanehs Mutter, Shole Pakravan.

Die kostenlose Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr in der Dürener Stadtbibliothek. Schauspieler:innen und Aktivist:innen lassen Reyhanehs Geschichte durch ihre eigenen Worte und Briefe lebendig werden.

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Reyhaneh Jabbari war erst 19 Jahre alt, als sie sich in Iran gegen ihren Vergewaltiger zur Wehr setzte. Wegen "Mordes" verurteilt, wurde sie 2014 hingerichtet. Ihr Fall löste weltweit Empörung aus und rückte das Schicksal von Frauen in den Fokus, die im Iran für Selbstverteidigung mit drastischen Strafen rechnen müssen.

Ihre Mutter, Shole Pakravan, floh 2017 aus Iran nach Berlin. Sie brachte Reyhanehs Briefe und Aufnahmen ihrer Telefongespräche mit – die später die Grundlage für ihr Buch "Wie man ein Schmetterling wird" bildeten. Das Werk enthüllt das Leid von Frauen unter repressiven Rechtssystemen und stellt sich gegen strukturelle Ungerechtigkeit.

Bei der Veranstaltung wird die Lehrerin und Aktivistin Edgitha Stork aus Reyhanehs Texten lesen, während Gabi Uhl – ehemalige Pädagogin und langjährige Kämpferin gegen die Todesstrafe – die Rolle von Shole Pakravan übernimmt. Uhl engagiert sich seit über 25 Jahren gegen die Hinrichtungspraxis. Pakravan selbst setzt sich trotz Drohungen und politischer Verfolgung weiterhin für Frauenrechte und die Abschaffung der Todesstrafe ein.

Offizielle Statistiken geben keine Auskunft darüber, wie viele iranische Frauen seit 2010 für ähnliche Notwehrhandlungen zum Tode verurteilt wurden. Die Veranstaltung will auf diese anhaltenden Ungerechtigkeiten aufmerksam machen.

Die Lesung hält Reyhaneh Jabbaris Geschichte wach – als Symbol für ihren Mut und den größeren Kampf um Frauenrechte im Iran. Pakravans Buch und die Veranstaltung sind ein Aufruf zum Handeln: gegen die Todesstrafe und geschlechtsspezifische Gewalt. Der Eintritt ist frei, die Öffentlichkeit ist eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.