24 January 2026, 04:23

Gemeinsamer Kampf gegen Antisemitismus: Politprominenz diskutiert in Vogelsang IP über Lösungen

Ein altes Buch mit hebräischer Schrift auf schwarzem Hintergrund, das 'Jüdisches Pessachfest' liest.

Gemeinsamer Kampf gegen Antisemitismus: Politprominenz diskutiert in Vogelsang IP über Lösungen

Am Sonntag, dem 24. November 2025, fand in der Bildungsstätte Vogelsang IP in Schleiden eine Diskussion über die Bekämpfung von Antisemitismus statt. An der Veranstaltung nahmen Politiker, Pädagogen und Vertreter der lokalen jüdischen Gemeinschaft teil, um gemeinsam Lösungsansätze zu erörtern. Die Gesprächsleitung übernahm der ehemalige WDR-Intendant Tom Buhrow; unter den Teilnehmern befand sich auch der CDU-Politiker Armin Laschet.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das wachsende Problem des Antisemitismus in Deutschland, seine verschiedenen Erscheinungsformen und Ursprünge. Die Anwesenden betonten, wie wichtig Aufklärung und offener Dialog seien, um Vorurteilen entgegenzuwirken. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche – vor allem aus Familien mit Migrationshintergrund – über den Holocaust und modernen Antisemitismus zu informieren.

Vogelsang IP, der Veranstaltungsort, war einst ein Schauplatz nationalsozialistischen Terrors. Heute fungiert die Einrichtung als internationales Zentrum für Demokratieförderung und politische Bildung. Die Wahl des Ortes unterstrich die Bedeutung, sich der Geschichte zu stellen und gleichzeitig an einer inklusiveren Zukunft zu arbeiten.

Seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 verzeichnen jüdische Bewohner Aachens eine Zunahme feindseliger Vorfälle. Viele fühlen sich mittlerweile nur noch innerhalb der eigenen Gemeinschaft sicher, wenn sie ihre Identität offen zeigen. Als Reaktion darauf stellt Berlin jährlich 10 Millionen Euro für Projekte gegen Antisemitismus und den interreligiösen Dialog bereit. Baden-Württemberg fördert seit 2019 den Schutz jüdischer Religionsgemeinschaften und hat die Unterstützung im November 2024 noch ausgeweitet. Allerdings gab es im Januar 2026 Kritik, als ein Untersuchungsausschuss eingerichtet wurde, um Vorwürfe zu prüfen, wonach Förderentscheidungen eher von politischen als von fachlichen Kriterien abhängen. Nur drei der zwölf geförderten Projekte legten detaillierte Berichte über die Verwendung der Mittel vor.

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Die Diskussion wird am 24. November 2025 um 6:30 Uhr im WDR-Radio in der Sendung Aachen und die Region sowie um 19:30 Uhr im WDR-Fernsehen in der Lokalzeit Aachen ausgestrahlt. Eine Audioaufzeichnung ist zudem bis zum 24. November 2027 auf der Website der WDR Studios NRW abrufbar.

Die Veranstaltung in Vogelsang IP machte deutlich, dass der Kampf gegen Antisemitismus durch Bildung und Transparenz kontinuierlich weitergeführt werden muss. Zwar sind die staatlichen Fördermittel gestiegen, doch bleiben Fragen zur effizienten Nutzung dieser Ressourcen. Durch die Ausstrahlung im WDR-Radio und -Fernsehen erreicht die Diskussion ein breiteres Publikum.