Giftige Chemikalie aus Sonnencreme bei fast allen Kindern im Urin nachgewiesen
Evi NergerUmweltbehörde: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Giftige Chemikalie aus Sonnencreme bei fast allen Kindern im Urin nachgewiesen
Ein gefährlicher Chemikalienstoff, der mit Sonnenschutzmitteln in Verbindung gebracht wird, wurde 2025 im Urin von nahezu allen getesteten Kindern und Jugendlichen nachgewiesen. Bei der Substanz handelt es sich um MnHexP, ein Abbauprodukt von DnHexP – einem reproduktionstoxischen Stoff, der in der EU nicht zugelassen ist. Trotz wachsender Bedenken treten strengere EU-Grenzwerte für seinen Einsatz in Sonnenschutzmitteln erst im Januar 2027 in Kraft.
Erstmals aufgetaucht war das Problem 2024, als das Umweltbundesamt (UBA) Spuren von MnHexP in Urinproben nachwies. Spätere Untersuchungen führten die Kontamination auf einen UV-Filter in Sonnenschutzmitteln zurück. 2025 stellte die Behörde dann fest, dass 92 Prozent der Urinproben von Kindern und Jugendlichen den Stoff enthielten. Bei zwei Probanden wurden sogar die UBA-Sicherheitsgrenze von 60 Mikrogramm pro Liter überschritten – mit Werten von 83 bzw. 107 Mikrogramm.
Die EU reagierte 2025 und beauftragte die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) mit einer Risikobewertung. Die ECHA stufte MnHexP als potenziell karzinogen, mutagen oder reproduktionstoxisch (CMR) ein. Dennoch wurden bis Februar 2026 keine verbindlichen Vorschriften – wie Verbote oder Höchstkonzentrationen – erlassen, um seinen Einsatz in Verbraucherprodukten einzuschränken.
UBA-Präsident Dirk Messner zeigte sich überrascht über die hohen Kontaminationsraten und die erhöhten Konzentrationen. Die Behörde warnte zudem, dass Kinder und Jugendliche häufig reproduktionstoxischen Stoffen wie DnHexP in Mengen ausgesetzt sind, die über den sicheren Aufnahmegrenzen liegen.
Durch die Verzögerung bei der Regulierung gelten strengere Kontrollen für DnHexP in Sonnenschutzmitteln erst ab Januar 2027. Bis dahin bleiben die Expositionsrisiken für junge Menschen bestehen, ohne dass es sofortige Maßnahmen zur Begrenzung des Stoffs in Alltagsprodukten gibt. Das UBA beobachtet die Entwicklung weiterhin, während die wissenschaftlichen Bewertungen voranschreiten.






