06 February 2026, 22:33

Gil Ofarim gesteht Lüge: Wie ein falscher Antisemitismus-Vorwurf ein Leben zerstörte

Eine Gruppe von Menschen steht vor Reportern mit Mikrofonen, Handys und Papieren und diskutiert in einem öffentlichen Raum mit einer Glaswand im Hintergrund.

Gil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim gesteht Lüge: Wie ein falscher Antisemitismus-Vorwurf ein Leben zerstörte

Im Oktober 2021 warf der Musiker Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels Antisemitismus vor. Der Vorwurf: Ein Angestellter habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Halskette zu verstecken. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen, bevor er sich zwei Jahre später vor Gericht als haltlos erwies. Neue Details zeigen nun, wie die Anschuldigungen zusammenbrachen – und welche Folgen sie für die Beteiligten hatten.

Der Vorfall ereignete sich, als Ofarim im Oktober 2021 im Leipziger Westin Hotel eincheckte. Kurze Zeit später veröffentlichte er ein Video im Netz, in dem er einem Mitarbeiter vorwarf, antisemitische Bemerkungen gemacht und ihn aufgefordert zu haben, die Kette zu verbergen. Es folgte ein öffentlicher Aufschrei: Vor dem Hotel kam es zu Protesten, der beschuldigte Angestellte erhielt Todesdrohungen. Das Hotel setzte den Mitarbeiter umgehend frei – er verlor schließlich seinen Job.

Ofarim beharrte darauf, es gebe einen Zeugen, der die Halskette gesehen habe, und unterstellte, die Überwachungsaufnahmen des Hotels seien manipuliert worden. Doch als der Fall im November 2023 vor dem Landgericht Leipzig verhandelt wurde, war auf dem Originalvideo von der Kette nichts zu sehen. Angesichts der Beweislage gab Ofarim zu, die Geschichte erfunden zu haben. Das Gericht stellte das Verfahren ein, nachdem er sich bereit erklärte, 10.000 Euro Entschädigung zu zahlen – aufgeteilt an die jüdische Gemeinde Leipzig und die Stiftung, die das Haus der Wannsee-Konferenz verwaltet.

In einem Auftritt bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! brach Ofarim 2024 sein Schweigen, berief sich jedoch auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung als Grund für seine zurückhaltenden Äußerungen. Später stellte jedoch der Anwalt des beschuldigten Mitarbeiters klar: Eine solche Vereinbarung habe es nie gegeben – lediglich eine Unterlassungserklärung, die Ofarim verbietet, seine Vorwürfe zu wiederholen.

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Der Fall endete mit Ofarims Geständnis der Falschbehauptung und einer finanziellen Einigung. Der Hotelmitarbeiter, zwar rechtlich rehabilitiert, hatte seinen Arbeitsplatz bereits nach monatelanger öffentlicher Hetze verloren. Seit dem Prozess gab es weder weitere rechtliche Schritte noch Stellungnahmen des Hotels.