Grüner Wasserstoff in Deutschland: Ausbaupläne stocken trotz Fortschritten bei Biomethan
Aneta WilmsenGrüner Wasserstoff in Deutschland: Ausbaupläne stocken trotz Fortschritten bei Biomethan
Deutschlands Vorstoß für grünen Wasserstoff hat laut dem aktuellen Gasbilanz-2025-Bericht an Fahrt verloren. Die geplante Elektrolysekapazität der deutschen Bahn ist drastisch gesunken – von 11,3 Gigawatt (GW) auf nur noch 7,2 GW. Gleichzeitig steigt der Gasverbrauch wieder an und liegt im Vergleich zum Vorjahr um 3 % höher.
Der Bericht zeigt eine deutliche Zurücknahme der Ambitionen bei Wasserstoffprojekten. Zwar befinden sich 1,3 GW an Elektrolysekapazität entweder im Bau oder haben die finale Investitionsentscheidung (FID) erreicht, doch weitere Ausbaupläne stocken. Hindernisse wie hohe Strompreise, unklare Regularien und fehlende langfristige Abnahmeverträge bremsen die Entwicklung aus. Trotz ehrgeiziger Ziele – etwa 10 GW Elektrolysekapazität bis 2030 – gestaltet sich der Aufbau der grünen Wasserstoffinfrastruktur in der frühen Phase als schwierig.
Beim Gasverbrauch verzeichnet Deutschland nach vorherigen Rückgängen wieder einen Anstieg. Der Anteil von Gas am deutschen Bank-Primärenergieverbrauch liegt nun bei 26,9 % – nach 25,9 % im Jahr 2024. Gaskraftwerke bleiben entscheidend, um Versorgungslücken zu schließen, wenn erneuerbare Energien nicht ausreichen. Zudem ist der deutsche Strommix weiterhin CO₂-lastig: Im Schnitt fallen 344 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde an – mehr als in Ländern, die aktiv die Kohle abschalten.
Erneuerbare Gasalternativen gewinnen jedoch an Bedeutung, wobei Biomethan eine größere Rolle spielt. 2025 wurden 11,5 Terrawattstunden (TWh) Biomethan ins Gasnetz eingespeist. Auch beim Infrastrukturausbau gibt es Fortschritte: Deutschland bereitet sich auf den Start eines 525 Kilometer langen Wasserstoff-Pipelinenetzes im Jahr 2025 vor.
Die Gasbilanz 2025 zeichnet ein gemischtes Bild der deutschen Energiewende. Während der Wasserstoffausbau ins Stocken gerät, erholt sich die Gasnachfrage. Das geplante Wasserstoff-Kernnetz und der wachsende Biomethan-Anteil bringen zwar Fortschritte, doch regulatorische und wirtschaftliche Hürden bleiben bestehen.






