Haushaltsstreit in Bergisch Gladbach: CDU fordert radikale Kurskorrektur für 2026
Branko TlustekHaushaltsstreit in Bergisch Gladbach: CDU fordert radikale Kurskorrektur für 2026
Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach eskalieren: CDU, SPD und Grüne ringen um Kompromisse
Die Haushaltsgespräche in Bergisch Gladbach gestalten sich zunehmend angespannt, da CDU, SPD und Grüne keine gemeinsame Linie finden. Michael Metten, Fraktionsvorsitzender der CDU, bezeichnete die Verhandlungen als "besonders schwierig", zumal es keine formelle Koalition gebe. Bei einer jüngsten Veranstaltung des BürgerClubs skizzierte er die Prioritäten seiner Partei – Schulen, Straßen und das Entwicklungsgebiet Zanders – und kritisierte zugleich den Haushaltsentwurf von Bürgermeister Marcel Kreutz als ineffizient.
Die CDU drängt auf weitreichende Änderungen am Haushalt 2026. Zwar sieht der Entwurf 41 neue Stellen vor, doch die Partei hält dies in zentralen Bereichen für unzureichend. Metten fordert zusätzliche Personalstellen, insbesondere Bauaufsichtsbeamte und kommunale Ordnungskräfte, um Verzögerungen bei Straßen- und Schulprojekten zu beheben. In den vergangenen Jahren wurden nur etwa die Hälfte der verfügbaren Mittel für den Straßenbau tatsächlich abgerufen – ein Zeichen für mangelnde Planung, fehlende digitale Werkzeuge und Personalengpässe, so die CDU.
Ein zentraler Streitpunkt sind die Grundsteuern. Die CDU will den geplanten Anstieg um 100 Punkte weitgehend streichen und nur eine Erhöhung um 25 Punkte akzeptieren, um Einnahmeausfälle auszugleichen. Metten sieht zudem Einsparpotenzial bei Öffentlichkeitsarbeit und Social-Media-Ausgaben sowie strengere Vorgaben für Personalkosten. Trotz der Differenzen betont er, mit Bürgermeister Kreutz – den er seit ihrer ersten Ratssitzung vor zehn Jahren kennt – konstruktiv zusammenzuarbeiten.
Die CDU pocht auf ihr klares Wählermandat und will den Haushalt entsprechend prägen. Ohne Koalition könnte die Umsetzung der Pläne jedoch auf die Stimmen der AfD angewiesen sein – einer Partei, mit der Metten zwar nicht koordiniert, deren Unterstützung er aber als mögliches "notwendiges Übel" einräumt. Selbst bei einer Einigung mit SPD und Grünen schließe dies keine darüber hinausgehende Zusammenarbeit ein, stellt er klar.
Der finale Haushalt wird zeigen, wie Bergisch Gladbach seine finanzielle Belastung und den Investitionsstau bewältigt. Die CDU setzt weiter auf Schulen, Straßen und das Zanders-Gelände – doch ob ihre Vorhaben mehrheitsfähig sind, bleibt offen. Mit laufenden Verhandlungen bleibt die Ausrichtung der Stadtausgaben für 2026 vorerst ungewiss.






