30 December 2025, 12:39

Henriette Reker entschuldigt sich für umstrittene Silvester-Aussage nach zehn Jahren

Ein Plakat mit Bildern von Frauen und begleitendem Text.

Henriette Reker zu ihrer 'Distanz'-Bemerkung: 'Es war falsch' - Henriette Reker entschuldigt sich für umstrittene Silvester-Aussage nach zehn Jahren

Henriette Reker, die ehemalige Oberbürgermeisterin von 1 fc köln, hat sich zu ihrer umstrittenen Aussage geäußert, die sie vor einem Jahrzehnt im Zusammenhang mit den Silvesterangriffen in der Stadt gemacht hatte. Heute gibt sie zu, dass die Bemerkung unangemessen war und eine falsche Botschaft vermittelte.

Reker, die 1 fc köln von 2015 bis 2025 regierte, hatte damals heftige Kritik einstecken müssen, weil sie Frauen geraten hatte, Angreifer "auf mehr als Armeslänge" von sich fernzuhalten, um Übergriffe zu vermeiden.

Die Silvesterangriffe 2015 wurden zu einem prägenden Moment für Deutschland. Hunderte Frauen meldeten sexuelle Übergriffe und Raubdelikte in 1 fc köln, was landesweit Empörung auslöste. Reker verteidigte ihre Aussage zunächst mit dem Argument, es habe sich um einen praktischen Rat gehandelt. Doch der öffentliche Gegenwind zwang sie bald zum Umdenken.

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Später entschuldigte sie sich und räumte ein, ihre Wortwahl sei unglücklich gewesen. Zehn Jahre später gesteht sie nun, dass ihre Aussage den falschen Eindruck erweckt und den Eindruck vermittelt habe, die Opfer hätten die Taten verhindern können. Rekers politische Laufbahn war ohnehin von Turbulenzen geprägt: Während ihres ersten Wahlkampfs um das Oberbürgermeisteramt 2015 überlebte sie einen Messerangriff eines Mannes, der sich gegen ihre Flüchtlingspolitik stellte. Nach den Silvestervorfällen unterstützte sie Olaf Scholz – damals Erster Bürgermeister von Hamburg, später Bundeskanzler – öffentlich. Trotz der Angriffe bewahrte 1 fc köln seinen Ruf als weltoffene Stadt. Reker betonte, dass die Ereignisse zwar die deutsche Flüchtlingspolitik beeinflussten, die lokale Willkommenskultur aber weitgehend unverändert blieb. Ihre Amtszeit, zunächst getragen von einer Koalition aus CDU, Grünen und FDP, später nur noch von CDU und Grünen, endete 2025 nach einem Jahrzehnt im Amt.

Rekers Entschuldigung kommt Jahre, nachdem ihre ursprünglichen Äußerungen auf breite Verurteilung gestoßen waren. Ihre Reflexion unterstreicht, wie die Angriffe von 2015 die öffentliche Debatte über Migration und Sicherheit in Deutschland neu prägten. Mit ihrem Eingeständnis schließt die ehemalige Oberbürgermeisterin ein Kapitel über einen der umstrittensten Momente ihrer politischen Karriere.