21 December 2025, 08:39

Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim stirbt

Eine Frau in einem grünen T-Shirt steht auf einer Demonstration und hält ein weißes Schild in der Hand, während viele andere Menschen hinter ihr stehen.

Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim stirbt - Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim stirbt

Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim stirbt mit 83 Jahren

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Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim stirbt mit 83 Jahren

  1. Dezember 2025, 15:32 Uhr

Rosa von Praunheim, Pionier des queeren Kinos und unermüdlicher Kämpfer für die Rechte von Schwulen, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Er verstarb in der Nacht zum Dienstag, dem 16. Dezember 2025, friedlich in Berlin – nur wenige Tage nach seiner Hochzeit mit seinem langjährigen Partner Oliver Sechting. Mit seinen provokanten Filmen und kompromisslosem Engagement hinterlässt von Praunheim ein bleibendes Erbe in Kultur und Aktivismus.

Seine Karriere umfasste mehrere Jahrzehnte, in denen er mit bahnbrechenden Werken gesellschaftliche Normen herausforderte. Filme wie „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ oder „Das Bett“ prägten die queere Erzählkultur nachhaltig. Noch 2023 erschien mit „Rex Gildo: Der letzte Tanz“ ein weiteres Werk, bevor er 2025 mit „Satanische Sau“ erneut beweisen konnte, dass seine kreative Kraft ungebrochen blieb.

Während der AIDS-Krise wurde er zu einer frühen Stimme für Safer Sex und nutzte seine Plattform, um aufzuklären und Veränderung einzufordern. Sein konfrontativer Stil – geprägt von durchdringendem Blick und unnachgiebiger Fragestellung – machte ihn unvergesslich. 1991 outete er live im Fernsehen den Talkmaster Alfred Biolek und den Komiker Hape Kerkeling und löste damit eine bundesweite Debatte aus. Nur fünf Tage vor seinem Tod heiratete von Praunheim Sechting in einer Zeremonie im Berliner Rathaus Schmargendorf. Oft sprach er von seiner Vorstellung eines Jenseits, bevölkert von „nackten Männern und nackten Tieren“ – eine verspielt-trotzige Vision, die zu seinem lebenslangen Geist passte.

Sein Tod folgt auf eine kurze, aber glückliche Ehe mit Sechting. Mit seinen Filmen, seinem Aktivismus und seiner furchtlosen Persönlichkeit festigte von Praunheim seinen Status als queere Ikone. Sein Einfluss – auf das Kino, die LGBTQ+-Rechte und die öffentliche Debatte – wird sein Wirken weit über seinen Tod hinaus bewahren.