Josefine Paul tritt nach Solingen-Kritik als Familienministerin zurück
Evi NergerJosefine Paul tritt nach Solingen-Kritik als Familienministerin zurück
Josefine Paul, die Ministerin für Migration und Familie in Nordrhein-Westfalen, ist von ihrem Amt zurückgetreten. Ihr Rücktritt folgt massiver Kritik an ihrer Reaktion auf den Messerangriff in Solingen. Der Schritt erfolgte nach wochenlangem Druck und einer zögerlichen Haltung ihrer eigenen Partei, den Grünen.
Paul gab ihren Rücktritt am 27. Januar 2026 bekannt, nachdem Ministerpräsident Hendrik Wüst den Übergang zügig eingeleitet hatte. Den Ausschlag gab ihre anfängliche Schweigsamkeit und das umstrittene Krisenmanagement nach dem Angriff, die auf breite Verurteilung stießen. Kritiker betonten, ihr Rücktritt sei zwar notwendig gewesen, aber längst überfällig.
Die neue Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration ist nun Verena Schäffer. Wüst steuerte den Prozess mit fester Hand und sorgte so für eine rasche Amtsübergabe, um weitere Verwerfungen zu vermeiden. Pauls Abgang ebnet zudem den Weg für einen Untersuchungsausschuss, der sich nun stärker auf inhaltliche Fragen statt auf politische Folgen konzentrieren kann. Die zögerliche Haltung der Grünen wirft jedoch Fragen nach ihrer Bereitschaft zur Verantwortung auf. Ihr spätes Handeln hat das Verhältnis zur CDU belastet und Zweifel an der Stabilität der Koalition genährt. Oppositionsvertreter fragen nun, ob die Grünen Wüsts Regierung weiterhin unterstützen können, ohne weiteren Schaden zu nehmen.
Paul hinterlässt mit ihrem Rücktritt eine spürbare Delle in der Bilanz der Landesregierung. Die Grünen stehen vor Unsicherheiten in ihrer Zusammenarbeit mit der CDU, während Schäffer ein Amt übernimmt, das vom politischen Erbe der Krise geprägt ist. Die Folgen der Solingen-Reaktion werden die politischen Debatten in den kommenden Monaten prägen.






