20 March 2026, 16:13

Junge Deutsche verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Plakat mit einem Zitat aus Building a Better America, das besagt, "Wir müssen soziale Medien-Plattformen für das nationale Experiment zur Rechenschaft ziehen, das sie an unseren Kindern durchführen - zum Profit."

Junge Deutsche verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Eine neue Studie offenbart eine wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Menschen in Deutschland. Forscher stellten fest, dass nur noch 47 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit der Funktionsweise der Demokratie in der Praxis zufrieden sind. Die Ergebnisse zeigen zudem einen besorgniserregenden Anstieg extremistischer Einstellungen und digitaler Radikalisierung in derselben Altersgruppe.

Die in Nordrhein-Westfalen durchgeführte Untersuchung verzeichnet einen deutlichen Rückgang der demokratischen Unterstützung seit 2022. Experten führen diesen Wandel vor allem auf soziale Medien, wirtschaftliche Unsicherheit und politische Polarisierung zurück.

Bundesbildungsministerin Karin Prien äußerte sich besorgt über die rasante Verbreitung extremistischer Ansichten im Internet. Frauenfeindlichkeit, gewaltverherrlichende Rhetorik und antidemokratische Ideologien tauchen zunehmend in sozialen Medien, Chatgruppen und sogar Gaming-Communities auf. Die Studie warnt, dass die klassische politische Bildung in Schulen diesen digitalen Bedrohungen nicht wirksam genug begegnet.

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Die Zustimmung zur Demokratie ist unter jungen Deutschen spürbar gesunken. Zwar befürworten noch 83 Prozent der 19- bis 29-Jährigen demokratische Grundsätze, doch fast die Hälfte aller Befragten glaubt, die Gesellschaft würde unter der Führung einer starken Einzelpartei besser funktionieren. Dieser Wandel spiegelt einen größeren Trend wider: Nur noch die Hälfte der jungen Menschen zeigt sich mit der Leistungsfähigkeit der Demokratie im Alltag zufrieden.

Die Studie unterteilt die Bevölkerung in drei Gruppen: 44 Prozent gelten als überzeugte "Demokraten", 42 Prozent als "fragile Demokraten" mit unsicherer Bindung und 8 Prozent als explizite "Demokratiegegner". Bildung und sozialer Status spielen eine entscheidende Rolle bei der Prägung dieser Haltungen, wobei persönliche Zufriedenheit eng mit der Unterstützung demokratischer Werte verknüpft ist. Die Forscher betonen, dass eine verstärkte politische Bildung dringend notwendig ist, um der digitalen Radikalisierung entgegenzuwirken und demokratische Werte in der nächsten Generation zu festigen.

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit modernisierter Programme zur politischen Bildung, die sich gezielt mit Online-Extremismus und Desinformation auseinandersetzen. Schulen und Politiker stehen vor der Herausforderung, das schwindende Vertrauen junger Menschen in die Demokratie zurückzugewinnen. Ohne Gegenmaßnahmen, warnen Experten, könnte dieser Trend die demokratische Stabilität in den kommenden Jahren weiter untergraben.

Quelle