Kölns Haushaltsentwurf 2026/2027: Höhere Steuern und strenge Sparvorgaben
Klaudia GnatzKölns Haushaltsentwurf 2026/2027: Höhere Steuern und strenge Sparvorgaben
Kölns Kämmerer Dr. André Jethon stellt Haushaltsentwurf für 2026/2027 vor
Am 29. Januar präsentierte Kölns Stadtkämmerer Dr. André Jethon dem Stadtrat den Entwurf für den Doppelhaushalt 2026/2027. Das Ziel des Plans ist es, den stabilen Betrieb der Stadt für die kommenden zwei Jahre zu sichern – und das unter strengen Haushaltsaufsichtsregeln, die seit 2025 gelten. Jethon betonte die Dringlichkeit der finanziellen Lage Kölns und rief die Ratsmitglieder zu verantwortungsvollen Entscheidungen auf.
Der Haushalt hält das Konsolidierungsniveau von 2025 aufrecht und erfüllt damit die Vorgaben der regionalen Aufsichtsbehörden. Zu den zentralen Maßnahmen zählen höhere Grundsteuern (Grundsteuer B) sowie erhöhte Gewerbesteuerhebesätze. Zudem soll eine Gewinnabführungsvereinbarung mit den städtischen Werken Köln die Finanzen entlasten.
Seit 2025 steht Köln unter Haushaltsaufsicht; der aktuelle kommunale Stabilisierungsplan (HSK) sieht vor, spätestens bis 2035 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Die Probleme der Stadt spiegeln einen bundesweiten Trend wider: 2024 verzeichneten deutsche Städte und Gemeinden ein Rekorddefizit von rund 24 Milliarden Euro. Steigende Sozialausgaben, Investitionsstaus, stagnierende Steuereinnahmen sowie die starke Abhängigkeit von Landeszuschüssen und Gewerbesteuern verschärfen die finanzielle Belastung Kölns.
Jethon warnte, dass die Situation unverzügliches Handeln und pragmatische Lösungen erfordere. Zwar biete der Haushalt Planungssicherheit, doch bleibe die langfristige Erholung der Stadt unter den anhaltenden finanziellen Zwängen ungewiss.
Der Entwurf für 2026/2027 sichert zwar die kurzfristige Stabilität, doch Kölns finanzielle Zukunft hängt weiterhin von Sparmaßnahmen ab. Nun müssen die Ratsmitglieder die Vorschläge prüfen – wobei Steuererhöhungen und die Gewinne der Stadtwerke eine zentrale Rolle bei der Haushaltskonsolidierung spielen. Der Weg zurück zur finanziellen Gesundheit bis 2035 wird nur mit anhaltender Disziplin und externer Unterstützung gelingen.






