21 January 2026, 12:48

Kulturministers vergessener Gedichtband „Kopfpilz“ sorgt für Aufsehen im Netz

Ein Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Mannes mit lockigen Haaren, der mutmaßlich ein deutscher Komponist ist, mit Text am unteren Rand des Bildes.

Kulturministers vergessener Gedichtband „Kopfpilz“ sorgt für Aufsehen im Netz

Ein längst vergessener Gedichtband des aktuellen Staatsministers für Kultur in Deutschland ist kürzlich im Internet wiederaufgetaucht. "Kopfpilz" – auf Deutsch etwa "Hirnpilz" – wurde 1986 von Wolfram Weimer verfasst und erregte jüngst Aufmerksamkeit, nachdem der Journalist Knut Cordsen Auszüge daraus geteilt hatte. Der derbe Stil und die expliziten Inhalte des Buches haben Neugier auf die frühen künstlerischen Versuche des Ministers geweckt.

Die Sammlung "Kopfpilz" erschien in Weimers Jugendjahren, lange vor seiner politischen Karriere. Das Cover zeigt drei schreiende Köpfe in einem Stil, der an Edvard Munchs "Der Schrei" erinnert. Die Gedichte im Inneren variieren im Ton, neigen aber oft zu roher, ungeschliffener Sprache statt zu traditioneller Lyrik.

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Im Mai veröffentlichte der Autor Knut Cordsen Passagen aus dem Band in den sozialen Medien. Cordsen zufolge gab Weimer zu, dass die Gedichte "ganz sicher nicht zur Veröffentlichung freigegeben" waren. Die Texte enthalten drastische Schilderungen von Sex und Gewalt – weit entfernt vom Romantizismus eines Novalis. Auch die Podcast-Moderatoren Dax Werner und Moritz Hürtgen von "Bohniger Wachmacher" stießen auf "Kopfpilz" und trugen Auszüge daraus vor. Ihre Lesungen unterstrichen die stilistischen Brüche des Buches, wobei einige den aggressiven Ton mit dem von Rammstein-Frontmann Till Lindemann verglichen.

Originalausgaben von "Kopfpilz" sind heute äußerst selten. Kein Verlag hat sich offiziell als verantwortlicher Herausgeber bekannt, und das Buch ist längst vergriffen. Nur wenige Glückliche dürften noch ein physisches Exemplar besitzen.

Das Wiederauftauchen von "Kopfpilz" erinnert daran, dass frühe künstlerische Experimente nicht immer im Verborgenen bleiben. Weimers jugendliche Gedichte, die nie für eine breite Öffentlichkeit bestimmt waren, bieten nun einen unerwarteten Einblick in seine Vergangenheit. Die Wiederentdeckung des Bandes fügt dem öffentlichen Bild des deutschen Kulturstaatsministers eine ungewöhnliche Fußnote hinzu.