09 February 2026, 20:35

"Mainz bleibt Mainz": Zwischen Abschieden, Jubiläen und mutigen Premieren

Eine Gruppe von Frauen in weißen Kleidern und Hauben steht auf einer Bühne mit einem Banner, auf dem 'Unser Bestes für den Meister' steht, umgeben von Blumentöpfen und Türen sowie einer Wand im Hintergrund.

"Mainz bleibt Mainz": Zwischen Abschieden, Jubiläen und mutigen Premieren

Die 71. Ausgabe von "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" geht mit einer frischen Mischung aus Tradition und Wandel an den Start. Die diesjährige Karnevalssendung ehrt langjährige Stars, präsentiert aber auch neue Gesichter und mutige Premieren. Nach den technischen Pannen und dem historischen Zuschauer-Tief des Vorjahres steht die ZDF-Übertragung besonders im Fokus.

Einer der meistdiskutierten Momente wird der emotionale Abschied von Hansi Greb sein. Als "Hobbes" ist er seit Jahrzehnten eine beliebte Figur des Mainzer Karnevals – sein Ausstieg markiert für viele Fans das Ende einer Ära.

Auch Jürgen Wiesmann rückt in den Mittelpunkt: Er feiert 25 Jahre "Ernst Lustig", seine Kult-Seifenoper im Karneval. Das Jubiläum unterstreicht seine anhaltende Popularität in der Szene. Gleichzeitig begehen die Mainzer Hofsänger ihr 100-jähriges Bestehen und verleihen der Veranstaltung damit eine weitere historische Dimension.

Frischen Wind bringen junge Bands wie "Handkäse" mit temporeichen Auftritten. Chrissy Grom schreibt Geschichte als erste weibliche Protokollführerin und präsentiert eine scharfzüngige, politisch aufgeladene Rückschau auf das vergangene Jahr. Ihre Rolle steht für einen Wandel hin zu mehr weiblicher Repräsentation in der Show.

Im politischen Teil treten vier Redner auf, darunter Oberbürgermeisterkandidat Thomas Becker. Sein Auftritt verknüpft die Feierlichkeiten mit dem anstehenden Wahlkampf. Andreas Schmitt, SPD-Hoffnungsträger für das Rathaus, beschließt die Sendung als "Obermessdiener" – eine Entscheidung, die manche Karnevalstraditionalisten überrascht.

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Die Übertragung des Vorjahres verzeichnete mit nur 3,85 Millionen Zuschauern einen historischen Tiefstand, weit unter den üblichen Werten. Zwar werden die genauen Gründe für den Einbruch nicht genannt, doch der Druck auf den ZDF, das Publikum zurückzugewinnen, ist groß.

Die diesjährige Karnevalssendung balanciert zwischen Nostalgie und Innovation – von Veteranen-Ehrungen bis zu Debütauftritten. Mit politischer Satire, Musikacts und historischen Premieren soll das Interesse der Zuschauer neu geweckt werden. Ob die Änderungen die Quoten steigern, wird sich nach der Ausstrahlung zeigen.