07 January 2026, 16:36

Massiver Einbruch bei Sparkasse Gelsenkirchen: Fast alle 3.250 Schließfächer geknackt

Ein Schwarz-Weiß-Bild einer belebten Marktszene mit Gruppen von Menschen, die gehen und stehen, Geschäften mit hängenden Kleidern, Gebäuden mit Fenstern, einem Eimer und einem Namensschild, mit einem Wasserzeichen in der rechten oberen Ecke.

Kriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - Massiver Einbruch bei Sparkasse Gelsenkirchen: Fast alle 3.250 Schließfächer geknackt

Einbrecher knackten fast alle 3.250 Sparda-Bank-Hessen-Schließfächer der Sparkasse Gelsenkirchen

Ende Dezember drangen Diebe in nahezu alle 3.250 Schließfächer der Sparkasse Gelsenkirchen ein. Der Coup, der nach einem Feueralarm am 29. Dezember entdeckt wurde, könnte sich über mehrere Tage hingezogen haben. Die Ermittler vermuten, dass die Beute große Bargeldsummen umfasst – die genaue Höhe ist jedoch unklar.

Der Überfall hat die Debatte über die mangelnde Kontrolle solcher Tresorfächer neu entfacht. Banken dürfen derzeit gesetzlich nicht überprüfen, was Kunden in den Fächern lagern.

Die Einbrecher drangen zunächst in den Archivraum der Bank ein, bohrten dann ein großes Loch in den Tresorraum und öffneten anschließend fast jedes Kundenfach. Während die Ermittlungen laufen, deutet das Ausmaß des Diebstahls auf eine sorgfältige Planung hin.

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Oliver Huth, Landesvorsitzender der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Nordrhein-Westfalen, wollte sich nicht direkt zum Fall Gelsenkirchen äußern. Er wies jedoch darauf hin, dass Schließfächer oft ungeprüftes Bargeld enthalten und damit für die organisierte Kriminalität attraktiv seien. Nach den EU-Geldwäscherichtlinien bleiben diese Fächer komplett unreguliert.

Huth räumte ein, dass viele Mieter legitime Gegenstände wie Familienerbstücke aufbewahren. Gleichzeitig verwies er auf frühere Fälle, in denen Personen – darunter eine Kindergärtnerin – Hunderttausende in bar in ihren Fächern horteten. Ein Anwalt betroffener Kunden widersprach den Vorwürfen illegaler Gelder und betonte, viele Opfer könnten den legalen Besitz nachweisen.

Die BDK fordert nun strengere Kontrollen für Schließfächer. Huth argumentiert, dass das System ohne Aufsicht weiterhin Geldwäsche ermöglichen könnte. Banken haben jedoch derzeit keine Befugnis, den Inhalt dieser privaten Lagerfächer zu prüfen.

Der Coup in Gelsenkirchen hat Lücken in der Finanzsicherheit und Regulierung offenbart. Da es kein rechtliches Rahmenwerk zur Überwachung von Schließfächern gibt, stehen die Behörden vor Herausforderungen, ähnliche Verbrechen zu verhindern. Die Forderungen nach Reformen werden lauter – Änderungen würden jedoch neue EU-Gesetzgebung erfordern.