Möbelbranche in Deutschland kämpft um Überleben – Rekord-Insolvenzen und schwache Nachfrage
Evi NergerKein guter Polster - anhaltender Einbruch in der Möbelindustrie - Möbelbranche in Deutschland kämpft um Überleben – Rekord-Insolvenzen und schwache Nachfrage
Deutschlands Möbelindustrie steckt in der schwersten Krise seit über einem Jahrzehnt. Seit 2023 sind rund 150 Hersteller unter der finanziellen Last zusammengebrochen – steigende Energiekosten, Lieferkettenprobleme und eine schwache Nachfrage haben viele in die Insolvenz getrieben. Die Branchenumsätze sind mittlerweile auf den niedrigsten Stand seit 2009 gesunken.
Der Abschwung begann nach der COVID-19-Pandemie, als die Nachfrage nach Möbeln zunächst stark anstieg, später jedoch abrupt einbrach. Bis 2025 waren die Umsätze das dritte Jahr in Folge gesunken – um 3,4 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro. Verbraucher, verunsichert durch die wirtschaftliche Lage, sparen bei größeren Anschaffungen und verschieben Investitionen in neue Möbel.
Besonders hart trifft es den deutschen Markt, der zwei Drittel der Branchenumsätze ausmacht. Während sich Küchen noch vergleichsweise gut verkaufen, brach die Nachfrage nach Polstermöbeln und Wohnzimmer-Einrichtungen massiv ein. Aktuelle Insolvenzen, darunter die von Hammer Raumstylisten GmbH und RWK & Kuhlmann Küchen, unterstreichen die wachsende finanzielle Not.
Zudem verschärft sich der Wettbewerb, da günstige Möbelimporte aus Asien den Markt fluten. Gleichzeitig dämpft der stagnierende Wohnungsbau die Nachfrage weiter – weniger Umzüge bedeuten weniger Anlass, neue Möbel zu kaufen. Die Hoffnung, dass die neue Bundesregierung die Krise abmildern würde, hat sich bisher nicht erfüllt.
Mit Umsätzen auf einem 16-Jahres-Tief und keinen Anzeichen einer Erholung dürfte sich die Misere der Branche fortsetzen. Die Kombination aus schwacher Nachfrage, hohen Kosten und ausländischer Konkurrenz lässt die Hersteller einer ungewissen Zukunft entgegenblicken. Bis Anfang 2026 könnte die Zahl der Insolvenzen noch weiter steigen.






