Mönchengladbach trotzt dem Insolvenz-Trend mit klarem Rückgang der Pleiten
Aneta WilmsenMönchengladbach trotzt dem Insolvenz-Trend mit klarem Rückgang der Pleiten
Mönchengladbach schwimmt gegen den bundesweiten Trend und verzeichnet einen stetigen Rückgang der Insolvenzfälle. Während die Unternehmenspleiten in Nordrhein-Westfalen 2024 um bis zu 23,4 Prozent stiegen, sank die Zahl der Firmeninsolvenzen in der Stadt um 8,0 Prozent, die der Verbraucherinsolvenzen sogar um 9,0 Prozent. Dieser Erfolg fällt in eine Phase, in der die Region ihre Wirtschaft weiter diversifiziert und das Geschäftsumfeld stärkt.
Die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Stadt sticht in einem schwierigen Jahr besonders hervor. Bundesweit stiegen die Unternehmensinsolvenzen um 8 bis 10 Prozent, in Nordrhein-Westfalen sogar um scharfe 23,4 Prozent. Doch Mönchengladbach war die einzige Großstadt im Regierungsbezirk Düsseldorf, die einen Rückgang verzeichnete – die Gesamtzahl der Insolvenzverfahren sank um 7,8 Prozent.
Lokale Verantwortliche führen den positiven Trend auf eine konsequente Wirtschaftspolitik und einen starken Mittelstand zurück. Die stabile Gewerbesteuerhebesatz von 490 Prozent, die seit 2016 unverändert bleibt, gibt Unternehmen Planungssicherheit. Zudem sorgen Kooperationen wie die mit der Hochschule Niederrhein für einen kontinuierlichen Zustrom an Fachkräften und stärken so das langfristige Wachstum.
Die wirtschaftliche Transformation Mönchengladbachs spielte dabei eine Schlüsselrolle. War die Stadt einst von der Textilindustrie abhängig, so prosperiert sie heute mit Logistik, Maschinenbau, Gesundheitswesen und modernen Dienstleistungen. Besonders die Logistikbranche expandierte rasant: Zwischen 2021 und 2025 stieg die Beschäftigung in diesem Sektor um 15 Prozent – begünstigt durch die Nähe zu wichtigen Verkehrsachsen. Auch der Maschinenbau verzeichnete Zuwächse: Die Erweiterung des Gewerbegebiets Niederheimbach 2023 steigerte die Produktion um 12 Prozent. Im Gesundheitsbereich schuf die Eröffnung des erweiterten Klinikums Rheydt 2024 nicht nur 200 neue Arbeitsplätze, sondern erhöhte den Branchenbeitrag zum BIP innerhalb von fünf Jahren um 8 Prozent.
Um den Aufschwung zu festigen, setzt die Stadt auf zukunftsweisende Projekte. Dazu zählen der Wissens- und Innovationscampus, die Initiative "Textilfabrik 7.0" sowie ein neuer Industriepark in Flughafennähe. Diese Vorhaben halfen Mönchengladbach, im IW-Dynamikranking 2024 – einer Messlatte für wirtschaftliche Dynamik – Platz 27 von 401 Regionen zu erreichen.
Der Rückgang der Insolvenzen in Mönchengladbach steht in markantem Kontrast zu den regionalen und bundesweiten Steigerungen. Die diversifizierte Wirtschaft, stabile Rahmenbedingungen für Unternehmen und gezielte Investitionen bilden das Fundament für anhaltendes Wachstum. Mit laufenden Projekten und einer gesicherten Fachkräfte-Pipeline strebt die Region an, ihren wirtschaftlichen Aufwärtstrend fortzusetzen.






