09 February 2026, 06:26

Mönchengladbachs Niederrheinkaserne wird zum Bundeswehr-Standort und E-Bus-Depot umgestaltet

Eine belebte Stadtstraße mit Fahrzeugen, Fußgängern, Schildern, Laternen, Bäumen und dem One World Trade Center im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.

Mönchengladbachs Niederrheinkaserne wird zum Bundeswehr-Standort und E-Bus-Depot umgestaltet

Die ehemalige Niederrheinkaserne in Mönchengladbach steht vor tiefgreifenden Veränderungen, nachdem sich Bund und Land auf eine Aufteilung des Geländes geeinigt haben. Ein Teil der Fläche wird künftig als neue Bundeswehr-Liegenschaft genutzt, ein weiterer Abschnitt beherbergt eine Abschiebeunterkunft. Zudem hat die Stadt Pläne für ein nachhaltiges Busdepot auf dem verbleibenden Gelände durchgesetzt.

Bund und Land bestätigten, dass das ehemalige Joint Headquarters (JHQ) in Mönchengladbach zu einem Bundeswehr-Standort umgebaut wird. Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs begrüßte die Entscheidung als "wichtigen Schritt für die ökologische und wirtschaftliche Wende der Stadt".

Gleichzeitig kündigte das Land an, auf einem Teil des Kasernengeländes eine Unterkunft mit 140 Plätzen für abschiebepflichtige Personen zu errichten. Josefine Paul, Flüchtlings- und Integrationsministerin von Nordrhein-Westfalen, betonte, die Einrichtung sorge für "rechtssichere und geordnete Abschiebeverfahren".

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Das restliche Gelände wird an den lokalen Versorger NEW verkauft, der dort ein umweltfreundliches Busdepot für die voll-elektrischen Flotten Mönchengladbachs und Viersens Errichtung will. Finanzminister Dr. Marcus Optendrenk bezeichnete die Vereinbarung als "gewinnbringend für alle Beteiligten".

Kritik kam hingegen von der SPD-Stadtratsfraktion, die warnte, die Pläne könnten die wirtschaftlichen Perspektiven Mönchengladbachs beeinträchtigen. Auch die Stadt äußerte Bedenken, dass die Entscheidung künftige gewerbliche Ansiedlungen einschränke. Daraufhin kündigte der CDU-Landtagsabgeordnete Jochen Klenner an, zusätzliche Gewerbeflächen am JHQ prüfen zu wollen – etwa durch eine Überarbeitung der Bund-Land-Nutzungsplanung.

Oberbürgermeister Heinrichs kündigte später an, mit dem Land nachverhandeln zu wollen, um mehr Raum für Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze zu sichern. In den vergangenen fünf Jahren wurden bundesweit rund 15 ehemalige Militärstandorte – vor allem in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Brandenburg – für zivile oder kommunale Zwecke umgenutzt.

Die Umgestaltung der Niederrheinkaserne bringt Mönchengladbach einen Bundeswehr-Standort, eine Abschiebeeinrichtung und ein E-Bus-Depot. Die Stadt strebt nun weitere Verhandlungen mit dem Land an, um wirtschaftliche Bedenken auszuräumen. Bei Erfolg könnte das Projekt einem Trend folgen, der in anderen Regionen bereits zeigt, wie ehemalige Militärflächen für neue öffentliche und gewerbliche Nutzungen revitalisiert werden.