Nach 85 Jahren: Kölns Großmarkt schließt
Nach 85 Jahren: Kölner Großmarkt schließt seine Pforten
Eine lange Tradition endet: Nach 85 Jahren schließt der Großmarkt im Kölner Stadtteil Raderberg.
- Dezember 2025, 06:07 Uhr
Der historische Großmarkt Kölns im Stadtteil Raderberg wird nach 85 Jahren seine Tore für immer schließen. Das Gelände muss bis Ende 2024 geräumt werden, um Platz für ein neues Wohnprojekt zu machen. Die Händler stehen nun vor einer ungewissen Zukunft, nachdem die Pläne der Stadt für einen Ersatzmarkt gescheitert sind.
Die Schließung des Großhandelsmarktes ist eine direkte Folge der städtischen Entscheidung, das Areal in die „Parkstadt Süd“ umzuwandeln – ein neues, gemischt genutztes Viertel. Obwohl zunächst ein neuer Markt vorgeschlagen wurde, ließ das Interesse der Investoren nach, und die reduzierten Pläne wurden nie umgesetzt. Den Händlern bleibt damit keine direkte Alternative.
Nevzat Taşkıran, Geschäftsführer bei Birkenheyer und eine prägende Figur des Marktes, hat sich um eine Teillösung bemüht. Gemeinsam mit einer Gruppe von Händlern sicherte er ein Lager auf dem rechten Rheinufer. Doch dieser neue Standort wird nur ein begrenztes Sortiment führen. Die Händler müssen den Rest ihrer Waren weiterhin aus anderen Stadtteilen beziehen. Taşkıran, ein türkischer Unternehmer mit Schwerpunkt Konsumgüter, hat zudem sein eigenes Geschäft ausgebaut: Ende 2025 eröffnete er ein neues Lager für sein Handelsunternehmen in Istanbul.
Mit der bestätigten Schließung des Großmarktes müssen sich die Händler an zersplitterte Lieferketten anpassen. Das neue Lager bietet zwar etwas Entlastung, kann aber das bisherige breite Warenangebot nicht ersetzen. Die Umwandlung des Geländes in die „Parkstadt Süd“ wird die kommerzielle Landschaft des Viertels nachhaltig verändern.






