Neue Pendlerpauschale: Wer in NRW am meisten profitiert
Der Bundestag hat eine grundlegende Reform der Pendlerpauschale beschlossen, die das System ab dem nächsten Jahr vereinfacht. Statt der bisherigen zweistufigen Regelung können Arbeitnehmer künftig ab dem ersten gefahrenen Kilometer 38 Cent pro Kilometer geltend machen. Die Neuregelung soll Millionen Beschäftigten zugutekommen, stößt aber bereits auf Kritik aus verschiedenen Lagern.
Nach den neuen Bestimmungen haben alle Arbeitnehmer, die mindestens einen Kilometer zu ihrem Hauptarbeitsplatz pendeln, Anspruch auf die Pauschale. Bisher wurden die ersten 20 Kilometer mit einem niedrigeren Satz versteuert. Vollzeitbeschäftigte, die 220 Tage im Jahr arbeiten, könnten nun bis zu 352 Euro mehr pro Jahr absetzen – besonders profitieren dabei diejenigen mit kürzeren Arbeitswegen.
Die Reform wird voraussichtlich zu höheren Steuerausfällen führen. Bisher kostet die Pendlerpauschale den Staat jährlich rund 5,5 Milliarden Euro an Mindereinnahmen. Besonders in ländlichen und ostdeutschen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg ist der Anteil der Anspruchsberechtigten hoch, da dort längere Pendelstrecken üblich sind.
Oppositionsparteien üben scharfe Kritik an der Reform. Bündnis 90/Die Grünen und die Linke argumentieren, die Neuregelung komme vor allem Gutverdienern zugute, und fordern stattdessen eine Anhebung des steuerfreien Grundfreibetrags. Kritiker bemängeln zudem, die Pauschale fördere die Autonutzung und untergrabe damit die Klimaziele. Die AfD hingegen hatte sich für einen noch höheren Satz von 50 Cent pro Kilometer ausgesprochen. Im vergangenen Jahr hatten 13,8 Millionen Arbeitnehmer die Pendlerpauschale in Anspruch genommen, oft für Fahrten in größere Städte. Die neue Regelung gilt für alle Steuererklärungen ab dem nächsten Jahr.
Die pauschalen 38 Cent pro Kilometer treten im Januar in Kraft und ersetzen die bisherige zweistufige Regelung. Auch Arbeitnehmer mit kurzen Pendelstrecken profitieren von höheren Abzügen, doch die Kosten für den Staatshaushalt und die ökologischen Folgen bleiben umstritten. Weitere Anpassungen der Reform hat die Regierung bisher nicht angekündigt.






