Neue Schutzräume für von Gewalt betroffene Frauen in Berlin und Köln eröffnet
Klaudia GnatzBundespolizistinnen beraten Gewaltopfer: Arzt oder Anzeige? - Neue Schutzräume für von Gewalt betroffene Frauen in Berlin und Köln eröffnet
Spezielle Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen an großen Bahnhöfen in Berlin und Köln eröffnet
An den Hauptbahnhöfen in Berlin und Köln haben spezielle Unterstützungszentren für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, ihre Türen geöffnet. Seit ihrem Start konnten sie bereits in über 200 Fällen helfen. Die Pilotprojekte sollen einen sichereren und einladenderen Ort bieten als eine herkömmliche Polizeidienststelle.
Die erste Einrichtung nahm im August 2024 in Berlin ihren Betrieb auf, gefolgt von Köln im September 2025. Beide werden ausschließlich von Polizistinnen betreut, die speziell darauf geschult sind, Opfer von Gewalt zu unterstützen. Zu den Angeboten gehören Beratungsgespräche, die Vermittlung von Schutzunterkünften sowie die Organisation vorläufiger Platzverweise für Täter aus gemeinsamen Wohnungen.
Ein Fall betraf ein 15-jähriges schwangeres Mädchen, das von ihrem Freund angegriffen wurde, nachdem sie sich weigerte, die Schwangerschaft abzubrechen. Die Zentren sind bewusst weniger einschüchternd gestaltet als ein klassischer Vernehmungsraum, um mehr Frauen zu ermutigen, Hilfe zu suchen.
Der Bedarf an solchen Angeboten ist offensichtlich: 2024 erlebten in Deutschland 187.128 Frauen häusliche Gewalt – ein Anstieg um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Behörden führen dies entweder auf eine Zunahme der Vorfälle oder auf eine höhere Bereitschaft zurück, sie anzuzeigen.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) fordert ein stärkeres politisches Engagement gegen häusliche Gewalt. Unterdessen prüfen die Deutsche Bahn und Frauenrechtsorganisationen zwei weitere Standorte – den Berliner Hauptbahnhof und den Hamburger Hauptbahnhof – als mögliche Orte für ähnliche Einrichtungen. Die bestehenden Pilotprojekte laufen zunächst bis September 2027, bevor über eine Ausweitung entschieden wird.
Die Beratungsstellen haben seit ihrer Eröffnung bereits Hunderten Frauen geholfen. Sollten sie sich bewähren, könnten weitere Standorte in ganz Deutschland folgen. Derzeit liegt der Fokus darauf, in einem Umfeld, das Sicherheit und Vertrauen in den Vordergrund stellt, schnelle Hilfe zu leisten.






