Neues Drogenhilfezentrum in Köln-Pantaleon spaltet Anwohner und Politik
Evi NergerNeues Drogenhilfezentrum in Köln-Pantaleon spaltet Anwohner und Politik
Der Kölner Stadtrat hat ein neues Drogenhilfezentrum im Stadtteil Pantaleonsviertel genehmigt. Die Einrichtung soll Suchtkranke von der Straße holen und rund um die Uhr Unterstützung bieten. Doch der gewählte Standort am Perlengraben stößt bereits jetzt auf Widerstand bei Anwohnern und nahegelegenen Schulen.
Bis 2027 plant die Stadt die Eröffnung von drei weiteren Zentren in Kalk, Lindenthal und Nippes sowie zusätzliche Mittel für Suchtpräventionsprogramme.
Das neue Zentrum wird an 365 Tagen im Jahr durchgehend geöffnet sein. Neben überwachten Konsumräumen umfasst es Ruhezonen, Hygieneeinrichtungen und Notunterkünfte. Nun muss die Stadtverwaltung ein detailliertes Konzept vorlegen, das Personal, Sicherheit und den täglichen Betrieb regelt.
Anwohner am Perlengraben äußern Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Sauberkeit. Nach der Ratsentscheidung kam es zu Protesten – die Bürger fordern klarere Aussagen dazu, wie mit Suchtkranken umgegangen wird und welche Auswirkungen auf das Viertel zu erwarten sind.
Harald Rau, Kölner Sozialdezernent, verteidigte die Standortwahl. Experten empfehlen seiner Aussage zufolge, solche Einrichtungen in der Nähe bestehender Drogenbrennpunkte anzusiedeln, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen.
Langfristig hat sich die Stadt verpflichtet, bis 2027 mindestens zwei weitere Hilfszentren zu eröffnen. Zwar stehen die genauen Standorte noch nicht fest, doch auch Präventionsprogramme zur nachhaltigen Reduzierung von Substanzabhängigkeit sollen mit zusätzlichen Mitteln gefördert werden.
Das Zentrum im Pantaleonsviertel ist Teil einer umfassenden Strategie gegen Sucht in Köln. Mit drei weiteren geplanten Einrichtungen und zusätzlichen Präventionsgeldern will die Stadt sowohl akute Hilfe leisten als auch langfristige Lösungen schaffen. Der Erfolg des Projekts wird davon abhängen, die Sorgen der Bürger mit den Bedürfnissen der Schutzbedürftigen in Einklang zu bringen.






