21 February 2026, 16:25

NRW-CDU rebelliert gegen Merz' Berliner Politik mit Reformplan

Ein Plakat der Berliner Secession mit einer Frau in einem grünen Kleid und einem Mann in einem schwarzen Anzug, mit Text zur Beschreibung des Ereignisses.

NRW-CDU rebelliert gegen Merz' Berliner Politik mit Reformplan

In der nordrhein-westfälischen CDU wächst die Frustration über die Politik der Bundesregierung. Parteimitglieder im Land betonen, dass die Kommunalpolitik für die Wähler wichtiger sei als Entscheidungen aus Berlin. Viele haben den Eindruck, dass das Kanzlerteam kaum mehr als leere Versprechungen und interne Streitigkeiten zu bieten hat.

Der NRW-Landesverband hat nun ein 11-Punkte-Reformpaket für den anstehenden Bundesparteitag in Stuttgart vorgelegt. Darin enthalten ist eine harte Linie gegen Sozialbetrug – ein Zeichen für den wachsenden Druck auf die Parteiführung.

Die Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz und seiner Regierung sitzt tief, selbst in seiner Heimatregion Sauerland. CDU-Mitglieder in NRW kritisieren, dass die Berliner Politik an Substanz mangele und stattdessen nur Ankündigungen und Grabenkämpfe liefere. Jan Luca Engelmann, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Oedingen, fordert, dass Debatten über Sozialreformen sich auf praktische Ergebnisse konzentrieren müssen – statt auf vage Vorschläge.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Zu den Forderungen des Landesverbands gehört eine Anpassung des Kindergelds an die Lebenshaltungskosten in dem EU-Land, in dem das Kind lebt. Ministerpräsident Hendrik Wüst hält sich jedoch von einigen umstrittenen Ideen fern, etwa der "Lifestyle-Teilzeitarbeit", zahnärztlicher Versorgung ohne Versicherungsbeiträge oder der 48-Stunden-Woche – alles Vorschläge, die vom Mittelstandsverband der CDU ins Spiel gebracht wurden.

Generalsekretär Paul Ziemiak hat das Chaos in Berlin offen kritisiert, während er die Arbeit der NRW-CDU unter Wüst lobt. Der Politikwissenschaftler Volker Kronenberg prognostiziert, dass die NRW-Fraktion Merz' Wiederwahl als Bundesvorsitzenden unterstützen werde – trotz der Spannungen. Viele hoffen, dass der Stuttgarter Parteitag beweist, dass die CDU auf Bundesebene noch handlungsfähig ist.

Doch die Gräben bleiben. Während sich die Landesregierung mit der Unterstützung aller Vorschläge zurückhält, drängt die Basis auf klarere Taten. Die Debatte über Sozialreformen geht weiter, wobei sich die NRW-CDU als treibende Kraft für Veränderung innerhalb der Partei positioniert.

Der 11-Punkte-Plan der NRW-CDU wird nun auf dem Bundesparteitag diskutiert. Ob die Vorschläge auf Resonanz stoßen, hängt davon ab, ob die Partei sich hinter konkrete Maßnahmen stellen kann. Bisher steht die starke Umfrageposition des Landes im scharfen Kontrast zur wachsenden Verärgerung über die Berliner Führung.