NRW-Gesundheitsminister diskutiert mit Noweda über Apothekenkrise und Reformen
Klaudia GnatzNRW-Gesundheitsminister diskutiert mit Noweda über Apothekenkrise und Reformen
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann besucht Noweda-Standort in Essen
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (NRW) hat kürzlich die Essener Niederlassung von Noweda besichtigt, einem zentralen Großhändler, der täglich rund 1.000 Apotheken beliefert. Bei dem Treffen tauschte er sich mit Dr. Michael Kuck und Udo Harneit, dem Vertriebsleiter des Unternehmens, über drängende Herausforderungen der Pharmabranche aus.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die durch das Apothekenbetriebs- und -versorgungsstärkungsgesetz (ApoVWG) entstandenen Probleme. Dr. Kuck kritisierte den Gesetzesentwurf scharf, insbesondere die geplante Gebührenanpassung, die seiner Meinung nach keine fairen finanziellen Rahmenbedingungen für Apotheken schafft. Diskutiert wurden auch das Apothekenfixum sowie die laufenden Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband.
Ein weiteres Thema war die digitale Plattform IhreApotheken.de, die die Online-Erreichbarkeit von Apotheken verbessern soll. Einig waren sich Minister Laumann, Dr. Kuck und Harneit darin, dass die vorgeschlagene verhandlungsbasierte Lösung für Gebührenerhöhungen ein erhebliches Hindernis darstellt. Zudem sprachen sie über den Ausbau apothekerlicher Dienstleistungen, etwa Impfungen, Diagnostik und die Versorgung mit Hilfsmitteln.
Laumann regte an, den selbst verhandelten Versorgungszuschlag als zusätzliche Vergütungskomponente im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) zu verankern. Dies knüpft an das Apotheken-Fixum-Reformgesetz an, das zum 1. Januar 2024 in Kraft trat. Es führte eine umsatzbasierte Gebührenstruktur ein (80 Prozent Umsatz, 20 Prozent Fallzahlen) und sieht eine schrittweise Erhöhung des Fixums auf 5,1 Milliarden Euro bis 2029 vor.
Das Treffen machte die anhaltenden Spannungen bei der Apothekenfinanzierung und der Dienstleistungserweiterung deutlich. Die Reform des Apothekenfixums, das nun an den Umsatz statt an Arzneimittelpreis-Anpassungen gekoppelt ist, wird die feste Vergütung in den nächsten fünf Jahren schrittweise erhöhen. Beide Seiten betonten die Notwendigkeit weiterer Gespräche, um eine faire finanzielle Unterstützung für Apotheken zu gewährleisten.






