NRW-Hochschulen: Fast jede zweite Führungskraft ist heute eine Frau – doch Professuren bleiben männlich dominiert
Branko TlustekImmer mehr Frauen führen Universitäten in NRW - NRW-Hochschulen: Fast jede zweite Führungskraft ist heute eine Frau – doch Professuren bleiben männlich dominiert
Frauen besetzen inzwischen 41,7 Prozent der Führungspositionen an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen (NRW) – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 18,9 Prozent im Jahr 2013. Damit liegt das Land über dem bundesweiten Durchschnitt, der für das akademische Jahr 2024/2025 bei 35,1 Prozent liegt. Trotz dieser Fortschritte stellen Professorinnen in NRW jedoch weiterhin nur 29,6 Prozent des Gesamtanteils, was auf anhaltende Ungleichheiten in der geschlechtsspezifischen Vertretung in den Fachdisziplinen hinweist.
Deutlich gestiegen ist der Anteil von Frauen in Leitungsfunktionen der Hochschulen. Noch 2013 entsprach NRW mit 18,9 Prozent weiblicher Rektorinnen und Präsidentinnen genau dem Bundesdurchschnitt. Mittlerweile werden 15 der 36 Hochschulen des Landes von Frauen geführt – ein Anteil von 41,7 Prozent und damit deutlich über dem aktuellen Deutschlandwert.
Doch bei den Professuren bleibt die Repräsentation ungleich. In den Geisteswissenschaften liegt der Frauenanteil mit 46,3 Prozent am höchsten. Die Ingenieurwissenschaften, das größte akademische Feld, verzeichnen dagegen mit nur 17,7 Prozent den niedrigsten Wert. Es folgen Mathematik und Naturwissenschaften mit 23,4 Prozent, Wirtschaftswissenschaften mit 25,6 Prozent sowie die Rechtswissenschaften mit 27,2 Prozent.
Insgesamt ist der Anteil der Professorinnen in NRW von 21,8 Prozent (2013) auf heute 29,6 Prozent gestiegen. Wissenschaftsministerin Ina Brandes betont, wie wichtig es sei, die Kompetenzen von Forscherinnen stärker anzuerkennen und zu nutzen, um die bestehenden Ungleichheiten zu überwinden.
Die Daten zeigen eine kontinuierliche Verbesserung der Frauenquote in Führungspositionen an NRW-Hochschulen, wobei das Land den Bundesdurchschnitt übertrifft. Dennoch sind weniger als ein Drittel aller Professuren mit Frauen besetzt – besonders in Fächern wie Ingenieurwissenschaften oder Naturwissenschaften. Brandes' Appell, die Expertise von Wissenschaftlerinnen stärker zu würdigen, unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen, um diese Lücken zu schließen.






