NRW zersplittert: Warum die Sozialkarte für Asylsuchende so umstritten ist
Aneta WilmsenNRW zersplittert: Warum die Sozialkarte für Asylsuchende so umstritten ist
Ein neues Zahlungssystem für Asylsuchende spaltet Nordrhein-Westfalen. Die sogenannte 'Sozialkarte' ersetzt Bargeldleistungen durch eine vorbelastete Visa-Karte. Während einige Regionen die Umstellung auf die 'Kartenmacherei' vorantreiben, lehnen andere – wie Münster – das System komplett ab.
Die 'Sozialkarte' soll Sozialleistungen effizienter gestalten und den Verwaltungsaufwand verringern. Statt Bargeld erhalten Asylbewerber eine monatlich mit ihren staatlichen Leistungen aufgeladene Prepaid-Karte, die wie eine herkömmliche Visa-Karte funktioniert und überall dort akzeptiert wird, wo Kartenzahlungen möglich sind.
Behörden können über das System auch die Ausgaben nachverfolgen. Auslandsüberweisungen sind gesperrt, und Bargeldabhebungen sind auf 50 Euro pro Monat begrenzt. Befürworter argumentieren, dies verhindere Missbrauch der Gelder. Der Kreis Coesfeld hat bereits mit der Einführung der 'Kartenmacherei' begonnen, während Ascheberg plant, bis März 2026 alle Geflüchteten darauf umzustellen. Doch in Teilen der Region gibt es starken Widerstand: Münster hat das System rundweg abgelehnt, und nur jede dritte Kommune in Nordrhein-Westfalen will nachziehen. Das Ergebnis ist ein uneinheitliches Vorgehen im ganzen Bundesland. Während einige Nachbargemeinden die 'Kartenmacherei' einführen, bleiben andere bei den traditionellen Barzahlungen. Dieses Flickwerk an Regelungen führt dazu, dass Asylsuchende je nach Wohnort mit völlig unterschiedlichen Systemen konfrontiert sind.
Die 'Sozialkarte' ist bereits im Kreis Coesfeld im Einsatz und soll bald alle Geflüchteten in Ascheberg umfassen. Andernorts sorgt der Widerstand dafür, dass das System weiterhin ungleich angewendet wird. Mit nur einem Drittel der Kommunen, die mitmachen, bleibt Nordrhein-Westfalens Umgang mit Sozialleistungen für Asylsuchende gespalten.






