22 December 2025, 18:27

PEM-Studie analysiert die Kritikalit├Ąt von E-Motor-Materialien

Eine metallene Elektromaschine, die an einer Wand montiert ist.

PEM-Studie analysiert die Kritikalit├Ąt von E-Motor-Materialien

PEM-Studie analysiert Kritikalität von Materialien für E-Motoren

Anreißer: Eine Studie der RWTH Aachen untersucht die wichtigsten Rohstoffe für die Produktion von Elektromotoren – mit Fokus auf deren jeweilige Versorgungsrisiken.

Artikeltext:

Europas Bestrebungen, den Verkehr zu elektrifizieren, stehen vor einem zentralen Hindernis: der starken Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten. Eine aktuelle Studie der RWTH Aachen zeigt die Risiken auf, die mit kritischen Materialien für Elektromotoren verbunden sind. Ohne grundlegende Veränderungen könnten die ehrgeizigen Ziele für grüne Mobilität in Europa um Jahre verzögert werden.

Die PEM-Studie untersuchte sechs Schlüsselmaterialien für elektrische Antriebe: Seltene Erden, Kupfer, Elektroblech, Aluminium, Halbleitermaterialien und Isolierstoffe. Zwar sind die Kupferreserven noch ausreichend, doch fehlen in Europa effiziente Recyclingsysteme, um das Metall in hoher Qualität wiederzuverwerten. Noch problematischer sind die Seltenen Erden: Die EU ist hier aufgrund technischer Hürden und hoher Investitionskosten stark von China abhängig.

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Auch bei Halbleitern zeigt sich eine Schwachstelle. Europa deckt nur zehn Prozent der weltweiten Produktion ab und hinkt im internationalen Vergleich etwa ein Jahrzehnt hinterher. Der Umbau der Lieferketten könnte 10 bis 15 Jahre dauern – und erfordert massive öffentliche wie private Investitionen. Europäische und deutsche Hersteller setzen daher auf zwei Strategien: den Ersatz kritischer Rohstoffe und die Reduzierung ihres Einsatzes. Erste Projekte laufen bereits an: Das Unternehmen Metlen plant eine Gallium-Produktionsanlage für 300 Millionen Euro, die ab 2027 jährlich 50 Tonnen liefern soll. Vulcan Energy errichtet im Industriepark Höchst eine zentrale Lithium-Anlage. Gleichzeitig fördert die EU mit dem Critical Raw Materials Act (CRMA) 2024 47 strategische Vorhaben mit drei Milliarden Euro, darunter Batterierecycling und die Verringerung der Abhängigkeit von China.

Für viele Materialien erweist sich die Einsparung jedoch als praktikabler als die Substitution. Hohe Kosten, strenge Vorschriften und technische Grenzen erschweren oft den Wechsel zu Alternativen.

Die Studie unterstreicht die Verwundbarkeit Europas bei der Rohstoffversorgung für die E-Mobilität. Ohne beschleunigte Fortschritte in den Bereichen Recycling, lokale Produktion und Diversifizierung der Lieferketten drohen dem grünen Verkehrswandel erhebliche Verzögerungen. EU und Privatwirtschaft investieren zwar massiv – doch bis sich Erfolge einstellen, könnte es Jahre dauern.