30 January 2026, 15:12

Proteste gegen NRW-Kita-Reform: Warum Erzieherinnen das Kernzeitenmodell ablehnen

Eine Gruppe von Kindern in traditioneller ukrainischer Kleidung steht zusammen vor einem Regal voller Spielzeuge, einem Skelett und anderen Gegenständen.

Lauter Protest gegen Kita-Gesetz - Schäffer setzt auf Dialog - Proteste gegen NRW-Kita-Reform: Warum Erzieherinnen das Kernzeitenmodell ablehnen

Hunderte Erzieherinnen und Erzieher haben diese Woche vor dem Landtag von Nordrhein-Westfalen gegen das neue Frühkindbildungsgesetz protestiert. Die Kundgebung fand statt, während Verena Schäffer, die neu ernannte Ministerin für Kinder und Familie des Landes, im Inneren des Gebäudes den umstrittenen Entwurf des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) vorstellte. Im Mittelpunkt der Kritik steht das geplante "Kernzeitenmodell", das die Anwesenheit qualifizierter Fachkräfte in Kitas auf nur fünf Stunden pro Tag begrenzen würde.

An der Demonstration beteiligten sich rund 300 Beschäftigte, die sich gegen die Reform aussprachen, von der sie eine Verschlechterung der Betreuungsqualität befürchten. Schäffer, die nach dem überraschenden Rücktritt von Josefine Paul am 27. Januar deren Amt übernahm, verteidigte die Änderungen. Sie betonte, dass das System aus Kern- und erweiterten Öffnungszeiten flexiblere Personaleinsätze ermögliche.

Die Ministerin unterstrich zudem ihre Bereitschaft zum Dialog mit allen Beteiligten der Reform. Doch ihre Haltung stößt quer durch das politische Spektrum auf Skepsis. Dennis Maelzer, Sprecher der SPD, erkannte zwar ihren Einsatz an, warnte jedoch, dass der Weg noch holprig werde.

Kritik kommt von mehreren Seiten: Die FDP-Politikerin Yvonne Gebauer warf der Landesregierung vor, die zügige Umsetzung des KiBiz vor der nächsten Wahl könnte ein gezielter Versuch sein, eine Debatte im Wahlkampf zu umgehen. Der AfD-Abgeordnete Carlo Clemens hingegen behauptete, die Reform führe zu einer schlechteren Personalkind-Relation und streiche die Pläne für beitragsfreie Kita-Plätze im dritten Jahr.

Schäffers Vorgängerin, Josefine Paul, hatte zuvor die Bemühungen der Grünen im Landtag geleitet. Paul trat nach Kritik an ihrem Umgang mit dem Solinger Angriff zurück und überließ Schäffer die Bewältigung der anhaltenden Kontroversen um die Kita-Reformen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die KiBiz-Reform bleibt ein zutiefst umstrittenes Thema, wobei die Proteste die großen Bedenken hinsichtlich Personalausstattung und Betreuungsstandards verdeutlichen. Schäffers Festhalten am Kernzeitenmodell wird die Debatte weiter anheizen, während der Umsetzungszeitpunkt 2027 näher rückt. Das Ergebnis wird die Kinderbetreuungspolitik in Nordrhein-Westfalen vermutlich über Jahre prägen.