Roberto Blanco attackiert „kleine Mafia“ in der Schlagerszene – Silbereisen kontert mit Erfolgsbilanz
Branko TlustekRoberto Blanco attackiert „kleine Mafia“ in der Schlagerszene – Silbereisen kontert mit Erfolgsbilanz
Neue Debatte in der deutschen Schlagerszene: Roberto Blanco wirft "kleine Mafia" vor – Florian Silbereisen verteidigt sein "Schlager Boom"-Format
Die deutsche Schlagerszene steht erneut in der Kritik, nachdem der Veteran Roberto Blanco die eng vernetzte Struktur der Branche scharf angegriffen hat. Der 88-Jährige bezeichnete die Szene als "kleine Mafia" und warf ihr vor, immer dieselben Künstler zu präsentieren. Unterdessen verteidigt Florian Silbereisen seine Schlager-Boom-Shows und betont, dass sie Karrieren wie die von Helene Fischer oder Semino Rossi erst möglich gemacht hätten.
Blancos Äußerungen fielen in einem aktuellen Interview, in dem er auch die Gagenstrukturen im Genre anprangerte. Seiner Meinung nach dominiert ein kleiner Kreis von Künstlern die Veranstaltungen, während Nachwuchstalenten kaum Chancen eingeräumt würden. Seine Kritik kommt nach Jahren des Schweigens von Francine Jordi, die seit 2019 nicht mehr in Silbereisens Shows aufgetreten ist. Sie erklärte gegenüber Medien, sie sei entweder nie eingeladen worden oder die Gästeliste sei bereits voll gewesen.
Silbereisen konterte und beharrte darauf, dass seine Produktionen vielen Künstlern den Durchbruch verschafft hätten. Als Beispiele nannte er Andy Borg, dessen TV-Debüt 1980 in einer seiner Sendungen eine 45-jährige Karriere einleitete, sowie Voxxclub, Ben Zucker und Giovanni Zarrella. Der Moderator wies den Vorwurf zurück, stets dieselben Stars zu präsentieren – auch wenn Kritiker auf häufige Auftritte von Roland Kaiser, Maite Kelly und anderen verweisen. Beim nächsten Schlager Boom an Silvester 2025 werden unter anderem Kaiser (73), Maite Kelly und die Band Unheilig auftreten. Die Tickets waren innerhalb weniger Minuten vergriffen, über 10.000 Sitz- und Stehplätze wurden weggerissen. Silbereisen wirbt für die Veranstaltung als ein Fest für Künstler und Fans gleichermaßen und verspricht eine moderne Interpretation des traditionell bühnenlastigen Formats.
Der ausverkaufte Abend unterstreicht die anhaltende Beliebtheit des Genres, doch Blancos Vorwürfe zeigen die bestehenden Spannungen auf. Während Silbereisen auf eine Erfolgsgeschichte bei der Förderung neuer Talente verweist, bleibt die Diskussion um die Besetzung der Shows ungelöst. Die Silvesterveranstaltung wird zeigen müssen, ob der Schlager Boom es schafft, Starpower mit mehr Offenheit für eine breitere Künstlerschaft in Einklang zu bringen.






