Rosenmontag 2026: Satire trifft Tradition mit scharfen Angriffen auf Merz und Politik
Aneta WilmsenSo prächtig und politisch war der Karneval schon lange nicht mehr - Rosenmontag 2026: Satire trifft Tradition mit scharfen Angriffen auf Merz und Politik
Die Rosenmontagsumzüge haben erneut die Straßen von Köln und Düsseldorf in Beschlag genommen und bilden den Höhepunkt der rheinischen Karnevalsfeiern. Hunderttausende Jecken versammelten sich, um die aufwendig gestalteten Wagen zu bestaunen, die für ihre scharfe politische Satire und gesellschaftskritischen Kommentare bekannt sind. Die diesjährigen Motive waren direkter denn je – mit frechem Humor und handwerklicher Präzision nahmen sie globale Themen ins Visier.
Der Besuch des Rosenmontagszugs bleibt für viele im Rheinland eine geliebte Tradition. Die Veranstaltung verbindet jahrzehntealte Bräuche mit beißender Kritik an aktuellen Ereignissen und ist damit das Aushängeschild der Straßenkarnevalskultur.
In Köln nahm der Umzug 2026 niemandem etwas. Ein Wagen zeigte den US-Präsidenten Donald Trump, der von Friedrich Merz, Emmanuel Macron und der NATO Küsse auf das Gesäß erhält. Ein anderer stellte die rechtspopulistische AfD als blaue Schlange dar, die dem "Deutschen Michel" – dem Symbol für die Nation – die Luft abdrückt. Auch der Streit zwischen Union und SPD wurde auf die Schippe genommen: Merz und SPD-Co-Vorsitzender Kevin Kühnert (korrigiert: Kevin Klingbeil) posierten in sadomasochistischen Outfits. Weitere Ziele der Spottattacken waren Grönlands geopolitische Konflikte, der Aufstieg der KI und sogar eine Solidaritätsbekundung mit dem Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly, der derzeit in Russland wegen Putin-Satire vor Gericht steht.
Düsseldorfs Umzug war ebenso schonungslos. Ein Motiv zeigte Wladimir Putin, wie er die Karnevalsfigur Hoppeditz – das Symbol der Stadt – aufspießt, die sich wehrt: eine klare Anspielung auf Tillys juristische Probleme. Die mutmaßlichen Verbindungen Jeffrey Epsteins zu mächtigen Persönlichkeiten wurden mit einer dämonischen Auferstehungsszene persifliert, und Friedrich Merz geriet erneut ins Fadenkreuz der Spötter.
Jeder Wagen ist das Ergebnis monatelanger akribischer Arbeit. Die Bauteams sorgen dafür, dass jeder Witz sitzt und jede Anspielung trifft – eine Mischung aus Kunsthandwerk und messerscharfer Ironie.
Eine Fotostrecke der prägnantesten Motive aus beiden Städten ist nun verfügbar und hält die Kreativität und Dreistigkeit der diesjährigen Umzüge fest.
Die Paraden haben ihren Ruf als Plattform gefestigt, auf der Tradition und furchtlose Satire zusammentreffen. Mit Rekordbesucherzahlen und Wagen, die keine Rücksicht nehmen, haben die Rosenmontagsveranstaltungen 2026 erneut ihre kulturelle und politische Bedeutung unter Beweis gestellt. Die Bilder und Botschaften dieses Jahres werden noch lange nachwirken – lange nach dem letzten Konfettiregen.






