18 December 2025, 16:33

Salzgitter will HKM übernehmen – doch zwei Bedingungen entscheiden über die Zukunft

Ein Blatt Papier mit einer Schrift darauf.

Salzgitter bestätigt Übernahmepläne für Stahlproduzent HKM - Salzgitter will HKM übernehmen – doch zwei Bedingungen entscheiden über die Zukunft

Salzgitter bestätigt Übernahmepläne für Stahlhersteller HKM

Salzgitter bestätigt Übernahmepläne für Stahlhersteller HKM

  1. Dezember 2025, 14:03 Uhr

Der Stahlkonzern Salzgitter hat Pläne bestätigt, die volle Kontrolle über den Duisburger Stahlproduzenten Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) zu übernehmen – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Der Schritt könnte das Unternehmen grundlegend umgestalten, Arbeitsplätze abbauen und gleichzeitig die Produktion auf umweltfreundlichere Lichtbogenöfen umstellen. Derzeit laufen Verhandlungen mit Miteigentümern, Behörden und der Landesregierung über Finanzierung und Restrukturierungskosten.

HKM betreibt in Duisburg aktuell zwei Hochöfen und produziert dort jährlich rund 4,2 Millionen Tonnen Stahlvorprodukte. An dem Standort sind Thyssenkrupp (50 Prozent), Salzgitter (20 Prozent) und Vallourec (20 Prozent) beteiligt. Im Rahmen der geplanten Übernahme würde Salzgitter die beiden Hochöfen durch einen einzigen Lichtbogenofen ersetzen, die Kapazität auf zwei bis 2,5 Millionen Tonnen reduzieren und die Belegschaft von 3.000 auf 1.000 Mitarbeiter verringern.

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Salzgitter-Chef Gunnar Groebler betonte, dass die Stellenstreichungen ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen sollen. Eine vollständige Übernahme hängt jedoch von zwei zentralen Bedingungen ab: Thyssenkrupp müsse sich verpflichten, über die nächsten zwei bis drei Jahre Abnahmemengen zu garantieren, und alle Miteigentümer müssten die Kosten für den Personalabbau gemeinsam tragen. Thyssenkrupp-Vorstandschef Miguel López zeigte sich gesprächsbereit und signalisierte, den Anteil seines Unternehmens an den anfallenden Kosten zu übernehmen.

Zudem ist die Umstellung auf die neue Technologie von 200 Millionen Euro an staatlichen Fördermitteln abhängig, die bei der Landesregierung Nordrhein-Westfalens beantragt wurden. Der Antrag von HKM wird derzeit geprüft, unterstützt von externen Beratern, Fachgutachtern und Behördenvertretern. Parallel hat Salzgitter ein Schiedsverfahren eingeleitet, um die finanzielle Verantwortung Thyssenkrupps für die Restrukturierung nach dessen geplantem Ausstieg zu klären.

Sollte der Deal genehmigt werden, stünde HKM vor einem tiefgreifenden Wandel: Die Belegschaft würde um zwei Drittel schrumpfen, während die Produktion modernisiert wird. Die Entscheidung hängt nun von den Verhandlungen zwischen den Miteigentümern, den Fördermittelzusagen des Landes und der Klärung der Kostenverteilung ab. Der Prozess wird zeigen, ob die Zukunft des Werks in einem kleineren, elektrisch betriebenen Betrieb liegt.