19 February 2026, 22:31

Satire trifft Kemptens Politik: Wer regiert hier wirklich – und wer will es werden?

Eine Zeitung mit einer Karikatur eines politischen Hoteldieners, umgeben von Menschen, mit der Aufschrift "Der politische Hoteldirektor".

Satire trifft Kemptens Politik: Wer regiert hier wirklich – und wer will es werden?

Satirische Bühnenparodie nimmt Kemptens Politik aufs Korn

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Ein aktueller satirischer Comedy-Sketch hat die politische Szene Kemptens auf die Schippe genommen – mit Spitzen gegen lokale Spitzenkräfte und Parteienkonstellationen. Die Aufführung erfolgte kurz nach der Wiederwahl von Oberbürgermeisterin Indra Baier-Müller (CSU), die sich 2024 in der Stichwahl mit 52,3 Prozent der Stimmen gegen den Grünen-Kandidaten Thomas Kiechle durchsetzte. Die Show persiflierte quer durch das politische Spektrum: von der FDP-Unterstützung für die Amtsinhaberin bis zu inneren Spannungen in der CSU.

Den Auftakt bildete eine Stichelei gegen die FDP, die Baier-Müllers Kandidatur für eine dritte Amtszeit unterstützte. Alternativkandidaten wurden als schwach abgetan – etwa Katharina Schrader, die als tollpatschige "Frau Holle" dargestellt wurde, die Herzen über die Stadt verstreut. In einer anderen Szene posierte Franz-Josef Natterer-Babych als eitelster Narzisst, der sich andauernd im Spiegel bewundert.

Ein Arzt sorgte mit einem Witz über das Umgehen von Parkgebühren in Kempten für Lacher, bevor derselbe Darsteller das Publikum mit einer "Sockenauszieh-Nummer" begeisterte. Dominik Tartler hingegen wurde als "junger Schnösel" karikiert, dem das Amt des Oberbürgermeisters noch lange nicht zustehe.

Die Show thematisierte auch die jahrzehntelange CSU-Dominanz unter Baier-Müller, die seit ihrem Amtsantritt 2020 mit Herausforderungen wie Wohnungsnot und Infrastrukturengpässen kämpft. Eine Figur namens "DonQuiSchoche" symbolisierte den Widerstand gegen den Parteieinfluss, während "Hexe Mechthilde" eine rätselhafte Warnung vor den Lasten der Macht aussprach. Unklar blieb, ob Persönlichkeiten wie "Rechenmeister" Eigstler oder "Hai" Wilhelm die als "Hausdrache" betitelte Baier-Müller ablösen könnten.

Interne CSU-Querele wurden durch Anspielungen auf den früheren Oberbürgermeister Wolfgang Panzer angedeutet, ein bekannter Kritiker der aktuellen Führung. Die Aufführung spiegelte die anhaltenden Debatten um die Nachfolge wider – Kiechle und andere Konkurrenten bleiben weiterhin im politischen Gespräch.

Mit scharfem Witz und hintergründigem Humor beleuchtete der Sketch die Absurditäten und Widersprüche der Kemptener Politik. Während Baier-Müller für eine weitere Amtszeit bestätigt ist, unterstrich die Satire offene Fragen zu Führung, Parteieinheit und künftigen Anwärtern. Die Darstellung traf damit den Nerv realer Diskussionen, während die Stadt mit Wohnungsbau, Infrastrukturprojekten und sich wandelnden politischen Bündnissen ringt.