Sechs Pioniere verwandeln CO₂ in Kraftstoffe und Chemikalien – wer gewinnt den Innovationspreis 2026?
Branko TlustekSechs Pioniere verwandeln CO₂ in Kraftstoffe und Chemikalien – wer gewinnt den Innovationspreis 2026?
Sechs innovative Unternehmen sind für den Best CO₂ Utilisation 2026-Innovationspreis nominiert. Ihre Technologien verwandeln abgetrenntes Kohlendioxid in Kraftstoffe, Chemikalien und Materialien – und zeigen damit neue Wege auf, Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig wertvolle Produkte zu schaffen. Die Preisträger werden auf der CO₂-Based Fuels and Chemicals Conference 2026 im April in Köln bekannt gegeben.
Die nominierten Firmen setzen auf ein breites Spektrum an Ansätzen, von elektrochemischen und hybriden Verfahren bis hin zur direkten CO₂-Abscheidung aus der Luft. Aerleum (Frankreich) hat eine Direct-Carbon-Utilisation-Methode entwickelt, mit der atmosphärisches oder industrielles CO₂ in E-Methanol umgewandelt wird – einen nachhaltigen Kraftstoff für die Luft- und Schifffahrt sowie einen Grundbaustein für Alltagschemikalien.
OCOchem (USA) nutzt seinen Carbon-FluX-Elektrolyseur CFX 400, um CO₂ und Wasser in Ameisensäure oder Kaliumformiat zu verwandeln. Das System läuft über 1.200 Stunden pro Jahr und produziert dabei 60 Tonnen mit einer Effizienz von 85 Prozent. ICODOS (Deutschland) hingegen bietet ein kostengünstiges Verfahren für E-Methanol an, das eine patentierte Hybridmethode, ein modulares Anlagendesign und einen dynamischen Betrieb kombiniert, um schwankende Solar- und Windenergie optimal zu nutzen.
CERT Systems (Kanada) verzichtet mit seinem Air-to-Chemicals-Prozess vollständig auf die CO₂-Aufreinigung und wandelt atmosphärisches CO₂ direkt in Ethylen um – einen Rohstoff für kohlenstoffarme Kraftstoffe und Materialien, darunter nachhaltiges Flugkraftstoff (SAF, Sustainable Aviation Fuel). CYNio (Deutschland) spezialisiert sich auf Isocyanate und stellt mithilfe von CO₂ sicherere und flexiblere Chemikalien für Klebstoffe, Beschichtungen und Pharmazeutika her.
Die Konferenz, die vom 28. bis 29. April in Köln und online stattfindet, wird diese und weitere Fortschritte vorstellen. Frühere Preisträger haben bereits CO₂-basierte Produkte auf den Markt gebracht, darunter Batteriematerialien, Kohlenstoffnanoröhrchen und Polyurethane.
Die sechs Nominierten beweisen, dass CO₂ nicht nur Abfall, sondern ein wertvoller industrieller Rohstoff sein kann. Ihre Technologien reichen von elektrochemischer Umwandlung bis zu modularen Anlagenkonzepten – alles mit dem Ziel, die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu verringern. Die Auszeichnung wird zeigen, welche Lösungen in den kommenden Jahren das größte Potenzial für eine Skalierung bieten.






