13 January 2026, 00:21

Skandalös und sinnlich: Salome an der Komischen Oper Berlin neu interpretiert

Ein aufgeschlagenes Buch mit dem Titel "Die Lieblingslieder in der Oper" zeigt Text und Noten.

Skandalös und sinnlich: Salome an der Komischen Oper Berlin neu interpretiert

Die Komische Oper Berlin präsentiert eine kühn inszenierte Neuinterpretation von Salome unter der Regie von Evgeny Titov. Die Premiere fand am 23. November 2025 statt, weitere Vorstellungen sind für Dezember angesetzt. Das wegen seiner skandalumwitterten Geschichte bekannte Werk erhält eine frische Deutung, die eindrucksvolle Bilder mit anspruchsvollen Gesangspartien verbindet.

Richard Strauss’ Salome sorgt seit ihrer Uraufführung 1905 für Kontroversen. Ursprünglich an der Wiener Hofoper verboten, gelangte das Stück erst nach Berlin, als die Zensurbehörden forderten, den Stern von Bethlehem im Finale erscheinen zu lassen. Die Handlung folgt der biblischen Erzählung von Salome, die für König Herodes tanzt – als Lohn verlangt sie den Kopf von Johannes dem Täufer.

Titovs Version neu erfindet die Oper mit einem schroffen, matt-goldenen Gewölbe als Bühnenbild, gestaltet von Rufus Didwiszus. Der Regisseur lässt Salome während ihres Tanzes mehrfach erscheinen, wobei jede Darstellerin identische Masken trägt, um Herodes’ Besessenheit zu spiegeln. Doch der an eine BDSM-Party erinnernde Stil verliert an entscheidenden Stellen an Schärfe und mildert so die beabsichtigte Wirkung. Nicole Chevalier übernimmt die anspruchsvolle Titelrolle und meistert nicht nur ein weites Stimmenspektrum, sondern auch körperliche Herausforderungen – etwa das Singen mit verhülltem Kopf. Matthias Wohlbrechts Herodes verleiht der Figur mit schneidendem, scharfem Tonfall eine Aura aus Furcht und Bedrohung. Selbst Jochanaan, der gefangene Prophet, ringt in dieser Inszenierung mit unterdrückter Begierde.

Die Salome der Komischen Oper ist noch bis Mitte Dezember zu erleben, mit Vorstellungen am 7., 12. und 18. des Monats. Titovs Produktion bietet eine zum Nachdenken anregende Auseinandersetzung mit den Themen Besessenheit und Macht. Das Publikum erwartet eine optisch beeindruckende und gesanglich kraftvolle Interpretation dieses zeitlosen Werks.

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