05 February 2026, 06:26

Solinger Grünen stoppen Industriepläne am Schrodtberg – Natur siegt über Wirtschaft

Eine Stadtkarte mit einem grünen Bereich in der Mitte, die einen geplanten Standort anzeigt, und Text, der die Grenzen von Gebäuden, Straßen und anderen Stadtmerkmalen beschreibt.

Solinger Grünen stoppen Industriepläne am Schrodtberg – Natur siegt über Wirtschaft

Die Grünen in Solingen setzen sich für strengere Natur- und Klimaschutzmaßnahmen in der Stadtplanung ein. Ihre jüngsten Vorschläge zielen darauf ab, die industrielle Expansion im Schrodtberg, einem zentralen Grünzug, zu stoppen. Stattdessen schlagen sie vor, bestehende Gewerbegebiete zu nutzen, um wirtschaftliche Bedürfnisse zu decken, ohne Ökosysteme zu gefährden.

Die Debatte folgt auf jahrelange juristische Auseinandersetzungen und öffentlichen Widerstand gegen die Bebauung des 120 Hektar großen Geländes, das einst für Logistik und Industrie vorgesehen war.

Der Schrodtberg ist seit Langem ein umstrittenes Gebiet. Ursprünglich für gewerbliche Nutzung geplant, stieß das Vorhaben ab 2018 auf wachsende Ablehnung. Die Umweltkonflikte spitzten sich zu, bis der Regionalverband Ruhr (RVR) das Gebiet 2021 aus dem Flächenmarktprogramm nahm. Zwei Jahre später bestätigte das Oberverwaltungsgericht Münster seinen Status als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat), was weitere Bebauungen blockierte. 2024 und 2025 gelang es Bürgerinitiativen und den Grünen schließlich, alle verbleibenden Baupläne zu stoppen und einen dauerhaften Baustopp durchzusetzen.

Die Grünen betonen, dass der Schrodtberg eine zentrale Rolle im Solinger Grünzug spielt. Eine Umwandlung in ein Industriegebiet würde seine ökologische Funktion zerstören. Zudem verweisen sie auf praktische Hindernisse: Das steile Gelände mache Bebauungen teuer, und rechtliche Klagen von Anwohnern seien absehbar. Als Alternativen nennt die Partei verfügbare Gewerbeflächen wie Am Alten Flugplatz (50 Hektar, 2022 genehmigt), den Wuppertaler Gewerbepark Mitte (30 Hektar, 2023) sowie den erweiterten Industriepark Schlebusch (40 Hektar, 2024). Diese Flächen wurden bereits vom RVR und der Stadtplanung priorisiert.

Über den Schrodtberg hinaus fordern die Grünen weitergehende Schutzmaßnahmen. So sollen Piepersberg West und Fürkeltrath II in Gräfrath wegen ihres ökologischen Werts gesichert werden. Ihr Masterplan für Arbeit und Wirtschaft versichert den Bürger:innen, dass lediglich ein ehemaliges Sportgelände nahe Birkenweiher gewerblich genutzt wird – weitere Ausweitungen sind ausgeschlossen. Zudem strebt die Partei an, Stöcken/Schrodtberg als geschützte Landschaft auszuweisen, um den langfristigen Erhalt zu sichern.

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Die Vorschläge der Grünen zielen darauf ab, wirtschaftliches Wachstum mit Umweltschutz in Einklang zu bringen. Durch die Verlagerung von Bauvorhaben in bestehende Gewerbegebiete soll eine weitere Zerstörung von Solinger Grünflächen vermieden werden. Rechtliche Urteile und öffentlicher Widerstand haben die Pläne für den Schrodtberg bereits blockiert – und unterstreichen damit die Notwendigkeit alternativer Lösungen.