Spektakulärer Bankraub in Gelsenkirchen: 3.250 Schließfächer leergeräumt und Millionen erbeutet
Aneta WilmsenKriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - Spektakulärer Bankraub in Gelsenkirchen: 3.250 Schließfächer leergeräumt und Millionen erbeutet
Spektakulärer Bankraub in Gelsenkirchen: Diebe plündern fast alle 3.250 Schließfächer einer Sparkasse
Bei einem dreisten Coup raubten Unbekannte am 29. Dezember 2022 fast alle 3.250 Schließfächer einer Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen aus. Die Täter erbeuteten Schätzungen zufolge Wertgegenstände im Umfang von über 30 Millionen Euro, nachdem sie ein großes Loch in den Tresorraum gebohrt hatten. Die Behörden entdeckten den Einbruch erst, als ein Feueralarm ausgelöst wurde – ein Hinweis darauf, dass die Beute möglicherweise über mehrere Tage unbemerkt abtransportiert wurde.
Die Diebe drangen zunächst in einen Archivraum ein, von wo aus sie sich Zugang zum Tresor verschafften. Einmal im Inneren, räumten sie systematisch fast jedes Fach aus. Die Polizei hat noch nicht bestätigt, wie lange die Aktion dauerte, doch das Ausmaß deutet auf eine sorgfältige Planung hin.
Die Bund Deutsche Kriminalbeamter (BDK) hat seitdem Bedenken hinsichtlich der mangelnden Kontrolle von Schließfächern geäußert. Anders als Bankkonten unterliegen diese Fächer nicht den Geldwäschegesetzen, sodass Banken keinen Einblick in die gelagerten Gegenstände haben. Oliver Huth, Landesvorsitzender der BDK in Nordrhein-Westfalen, wies auf die Risiken hin: "Jeder – auch Kriminelle – kann dort große Bargeldsummen ohne Überprüfung deponieren." Er verwies auf einen früheren Fall, in dem eine Kindergärtnerin 300.000 Euro in einem Tresor aufbewahrte, und fragte, warum legales Geld in bar und nicht auf einem Sparkonto liegen sollte. Ein Anwalt, der betroffene Kunden vertritt, wies jedoch Vorwürfe zurück, die gestohlenen Gegenstände seien illegalen Ursprungs. Vielmehr hätten viele Mieter rechtmäßige Besitzstücke wie Familienerbstücke eingelagert. Huth äußerte sich zwar nicht direkt zum Gelsenkirchener Fall, betonte aber, dass Großtaten oft monatelange Vorbereitung erfordern.
Die BDK fordert nun strengere Kontrollen und drängt darauf, Schließfächer unter die sechste EU-Geldwäscherichtlinie zu stellen. Aktuell gibt es keine Überwachung dieser Einrichtungen, was sie zu einem leicht ausnutzbaren Ziel für die organisierte Kriminalität macht.
Der Raub in Gelsenkirchen hat Lücken in der finanziellen Aufsicht offenbart: Behörden können nicht nachvollziehen, was in Schließfächern verwahrt wird. Die Forderungen nach Reformen zielen darauf ab, ähnliche Straftaten künftig zu verhindern. Unterdessen laufen die Ermittlungen zu den gestohlenen Werten und den Tätern weiter.






