Steckenpferdreiten erlebt in Deutschland einen unerwarteten Boom mit eigenen Meisterschaften
Aneta WilmsenSteckenpferdreiten erlebt in Deutschland einen unerwarteten Boom mit eigenen Meisterschaften
Steckenpferdreiten boomt in Deutschland
Immer mehr Menschen in Deutschland begeistern sich für das Steckenpferdreiten – eine Sportart, die echtes Reiten mit dekorierten Steckenpferden nachahmt und längst auch in sozialen Medien für Aufmerksamkeit sorgt. Was einst als spielerische Freizeitbeschäftigung begann, hat sich dank junger Enthusiasten zu einer strukturierten Disziplin mit organisierten Wettbewerben entwickelt.
Der Deutsche Steckenpferdreitverband (DtHHV) zählt mittlerweile über 300 Vereine mit fast 10.000 registrierten Mitgliedern. Die Teilnehmer reichen von Kindern bis zu Erwachsenen und sind in fünf Altersklassen unterteilt. Zu den Wettbewerbsdisziplinen gehören „fortgeschrittene Dressur“, „mittelschweres Springen“ und „Zeitspringen“, wobei die Startgebühr pro Prüfung bei 10 Euro liegt.
Im Februar 2023 richtete Frankfurt-Kalbach die Deutschen Meisterschaften aus, bei denen die Reiter in Spring- und Dressurprüfungen antraten. Das nächste Großereignis, die Landesmeisterschaften von Nordrhein-Westfalen, findet im September 2026 in Lohmar bei Köln statt – erstmals mit einer Geländepüfung neben den klassischen Disziplinen. Qualifikationswettkämpfe laufen bereits, und öffentliche Turniere sind für den 1. Februar in Ditzingen sowie den 8. Februar in Zornheim geplant.
Die Athleten nutzen individuell gestaltete Steckenpferde, oft aufwendig verziert, um Bewegungsabläufe auszuführen, die Geschicklichkeit, Koordination und Kraft erfordern. Die Sportart trainiert intensiv Beine, Rumpf und Rückenmuskulatur und bietet damit eine körperliche Herausforderung, die dem echten Reitsport nahekommt. Mittlerweile verkaufen spezialisierte Anbieter Steckenpferde und Zubehör online – für jedes Budget. Selbst der Deutsche Reiterverband sieht darin eine ideale Einstiegsmöglichkeit für Anfänger, die später zum klassischen Reitsport wechseln möchten.
Vom Nischendasein hat sich das Steckenpferdreiten zu einer anerkannten Wettkampfsportart entwickelt. Mit wachsenden Vereinen, regionalen Meisterschaften und zunehmender Medienpräsenz steigt die Teilnehmerzahl weiter. Die Kombination aus Zugänglichkeit und körperlichem Anspruch macht den Sport besonders für junge Athleten attraktiv.






