Streit um gelockerte Wolfsjagd: Warum Gloria alles veränderte
Lockere Wolfsjagd: Was Umweltschützer und Schafzüchter sagen
Bundesregierung lockert Wolfsabschuss: Neue Regeln wegen Gloria und Co. – wie NRW-Schäfer und Naturschützer reagieren.
- Dezember 2025, 14:43 Uhr
Die Bundesregierung hat die Vorschriften für den Abschuss von Wölfen gelockert, nachdem es wiederholt zu Angriffen auf Nutztiere gekommen ist. Wölfe werden nun dem Jagdrecht unterstellt, was die Entnahme von als gefährlich eingestuften Tieren erleichtert. Der Schritt folgt nach Vorfällen mit Problemwölfen wie Gloria in Nordrhein-Westfalen.
In Deutschland leben derzeit 209 Wolfsrudel, vor allem in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen. Sechs Rudel sind in Nordrhein-Westfalen ansässig, wo Gloria immer wieder für Probleme sorgt. In Hünxe verlor Schafzüchter Erich Specht zwei Schafe – eines davon trächtig – trotz Schutzzaun an Gloria. Bei einem weiteren Angriff riss ein Schaf den Bauch auf, doch Gloria biss nicht in die Kehle – ein ungewöhnliches Muster für Wolfsangriffe.
Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat für 2025 strengere Bewirtschaftungsmaßnahmen vorgeschlagen. Dazu gehören die Festlegung von Jagdzeiten, die Bejagung junger Wölfe sowie die ganzjährige Entnahme von Problemwölfen, die Nutztiere angreifen. Der DJV begrüßt die Entscheidung der Regierung und argumentiert, sie trage zu einer nachhaltigen Regulierung der Wolfspopulation bei.
Naturschutzverbände wie der NABU warnen jedoch, dass Abschüsse die Rudelstrukturen stören und zu mehr Angriffen auf Nutztiere führen könnten. Zudem befürchten sie, dass kleinere Wolfspopulationen dadurch an den Rand des Aussterbens gedrängt werden. Stattdessen fordert der NABU bessere Schutzmaßnahmen wie verstärkte Zäune und Herdenschutzhunde. Finanzielle Unterstützung für solche Vorsorgemaßnahmen bleibt trotz der gelockerten Abschussregeln bestehen.
Die neuen Bestimmungen ermöglichen ein schnelleres Vorgehen gegen Wölfe, die Nutztiere bedrohen. Landwirte und Schafzüchter erhalten weiterhin Fördergelder für Schutzvorkehrungen. Umweltschützer betonen jedoch, dass verbesserte Prävention Konflikte verringern könnte – ohne dass Wölfe getötet werden müssten.






