31 December 2025, 02:26

Thyssenkrupp sichert Milliarden-Torpedoauftrag – doch der Rechtsstreit mit Salzgitter belastet die Aktie

Ein einzelnes Boot auf ruhigem Wasser.

Thyssenkrupp sichert Milliarden-Torpedoauftrag – doch der Rechtsstreit mit Salzgitter belastet die Aktie

Thyssenkrupp Marine Systems sichert größten Torpedoauftrag der Unternehmensgeschichte

Thyssenkrupp Marine Systems hat seinen bislang größten Torpedoauftrag an Land gezogen und mit der deutschen Rüstungsbeschaffungsbehörde einen Rahmenvertrag unterzeichnet. Die Vereinbarung umfasst die Lieferung von Schwergewichtstorpedos des Typs DM2A5 für die neue U-Boot-Klasse vom Typ 212CD. Gleichzeitig bleibt die Thyssenkrupp Aktie aufgrund eines anhaltenden Rechtsstreits mit Salzgitter AG unter Druck.

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Der Torpedoauftrag markiert einen wichtigen Meilenstein für die Marine-Sparte von Thyssenkrupp, die seit Kurzem als eigenständige börsennotierte Einheit agiert. Analysten werten den Deal als Beleg dafür, dass sich die Strategie von Vorstandschef Miguel López, sich auf hochmargige Rüstungs- und Marinetechnik zu konzentrieren, auszahlt. Der Auftrag stärkt den Auftragsbestand der Sparte und unterstreicht ihre Rolle bei der Modernisierung der europäischen Marinen.

Rechtliche Probleme belasten das Unternehmen jedoch weiterhin. Salzgitter AG hat ein Schiedsverfahren wegen finanzieller Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Gemeinschaftsunternehmen Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) eingeleitet. Im Mittelpunkt des Streits stehen Umstrukturierungskosten, darunter die Reduzierung der Stahlproduktion von 4,2 Millionen auf 2 bis 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr sowie der Personalabbau von etwa 3.000 auf 1.000 Arbeitsplätze am Standort Duisburg. Salzgitter, das 30 Prozent an HKM hält, fordert bis zu 1,6 Milliarden Euro Entschädigung. Thyssenkrupp, das 50 Prozent der Anteile besitzt, kündigte im April 2025 einen wichtigen Liefervertrag mit HKM – und verschärfte damit die Spannungen. Die Thyssenkrupp Aktie hat sich bei 9,27 Euro stabilisiert, liegt aber fast 30 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die Volatilität ist auf über 80 Prozent gestiegen, was die Unsicherheit der Anleger angesichts des Rechtsstreits und operativer Entwicklungen widerspiegelt. Eine entscheidende Unterstützungsmarke bei 9,18 Euro wird zeigen, ob der Aktienkurs zu Beginn des Jahres 2026 wieder an Fahrt aufnehmen kann. Investoren beobachten zudem den Ex-Tag für eine vorgeschlagene Dividende von 0,15 Euro, der auf den 2. Februar 2026 datiert ist. Der Kurs Euro zum Dollar wird für die internationale Geschäftstätigkeit des Unternehmens von Bedeutung sein. Der Ausgang des Konflikts mit Salzgitter wird maßgeblich darüber entscheiden, wie sich Thyssenkrupp im neuen Jahr entwickelt. Scheitern die Verhandlungen, könnte ein langwieriges Schiedsverfahren die Bewertung des Unternehmens weiter belasten. Eine Einigung hingegen könnte die Marktbedenken lindern und den Fokus wieder auf die Rüstungs- und Technologiebereiche lenken.

Der Torpedoauftrag unterstreicht zwar das Wachstum von Thyssenkrupp Marine Systems im Verteidigungssektor, doch der Rechtsstreit um HKM bleibt ein zentrales Risiko. Da Salzgitter 1,6 Milliarden Euro fordert, könnte der Fall noch monatelang andauern oder in den kommenden Monaten eine Lösung finden. Die Aktienperformance und das Anlegervertrauen werden davon abhängen, wie sich diese Herausforderungen im Jahr 2026 entwickeln.