Warum Misstrauen gegen Demokratie populistische Bewegungen wie die AfD stärkt
Klaudia GnatzWarum Misstrauen gegen Demokratie populistische Bewegungen wie die AfD stärkt
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Vertrauen in demokratische Institutionen schwindet. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Skepsis gegenüber Staat, Gerichten, Medien und Wissenschaft den Aufstieg populistischer Bewegungen befeuert. Seine Forschung wirft ein Licht auf den wachsenden Einfluss von Gruppen wie der AfD und Persönlichkeiten wie Donald Trump.
El-Mafaalani argumentiert, dass misstrauische Menschen zunehmend zueinanderfinden und enge Netzwerke bilden. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" festigen gemeinsame Überzeugungen und lehnen etablierte Institutionen ab. Digitale Plattformen haben es solchen Gruppen erleichtert, sich zu vernetzen und zu organisieren.
Seine Arbeit zeigt, wie populistische Strategen gezielt das Vertrauen in die Demokratie untergraben. Statt auf traditionelle Parteien zu setzen, wenden sich diese Gemeinschaften Bewegungen wie der AfD zu, die von einer feindseligen Haltung gegenüber der liberalen Demokratie profitiert. Die 2013 gegründete Partei ist stetig gewachsen, zog 2017 in den Bundestag ein und ist mittlerweile in 14 von 16 Landesparlamenten vertreten.
El-Mafaalani warnt, dass bloße Enthüllungen über die Inkompetenz der AfD das Vertrauen in die Demokratie bei ihren Anhängern nicht wiederherstellen werden. Seine Analyse deutet darauf hin, dass die Bekämpfung der Ursachen für das Misstrauen wirksamere Wege bieten könnte, um dem Rechtspopulismus entgegenzutreten.
Das Buch bietet eine detaillierte Untersuchung, wie sich Misstrauen in bestimmten Gruppen verbreitet und verfestigt. Durch ein besseres Verständnis dieser Dynamiken könnten Politiker und Forscher gezieltere Gegenstrategien entwickeln. Die Erkenntnisse kommen zu einer Zeit, in der populistische Bewegungen in Deutschland und darüber hinaus weiter an Boden gewinnen.






