Watzkes Abschied beim BVB: Eine Ära endet im Schatten des Rheinmetall-Streits
Klaudia GnatzBVB-Mitglieder entscheiden über Watzkes neue Rolle - Watzkes Abschied beim BVB: Eine Ära endet im Schatten des Rheinmetall-Streits
Hans-Joachim Watzke verlässt nach mehr als zwei Jahrzehnten die Geschäftsführung von Borussia Dortmund – sein Rückzug fällt in eine Zeit wachsender Unruhe unter den Fans, insbesondere wegen eines umstrittenen Sponsoringvertrags mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall Aktie. Am kommenden Sonntag steht beim Mitgliederversammlung des Vereins eine richtungsweisende Abstimmung an.
Watzkes Ära bei Dortmund war von großen Erfolgen geprägt: zwei Meisterschaften in der Bundesliga, drei DFB-Pokalsiege und zwei Finalteilnahmen in der UEFA Champions League. Er prägte die moderne Identität des BVB, doch sein Wechsel in eine neue Rolle markiert nun das Ende einer Epoche.
Bei der anstehenden Mitgliederversammlung wird Watzke zunächst als Geschäftsführer zurücktreten, um sich anschließend zur Wahl als Präsident des BVB-Trägervereins zu stellen. Ursprünglich hatte der amtierende Präsident Reinhold Lunow angekündigt, gegen ihn zu kandidieren – entgegen vorheriger Absprachen. Später zog Lunow seine Bewerbung jedoch zurück, sodass Watzke nun als einziger Kandidat antritt. Zwar gilt seine Wahl als sicher, doch die Versammlung könnte dennoch die latente Unzufriedenheit unter den Mitgliedern offenlegen.
Die Kontroverse um den im Mai 2025 geschlossenen Sponsorenvertrag mit Rheinmetall Aktie hat in den vergangenen Monaten an Fahrt aufgenommen. Faninitiativen und Friedensaktivisten protestierten bei Vereinsveranstaltungen gegen die Partnerschaft. Petitionen und Studien kritisierten, dass der Deal die Normalisierung von Waffenexporten fördere – selbst wenn andere deutsche Clubs ähnliche Kooperationen eingingen. Die Debatte belastet Watzkes Übergang und wirft Fragen über die künftige Ausrichtung des BVB auf.
Am Sonntag wird der Wechsel Watzkes vom Geschäftsführer zum Vereinspräsidenten formal beschlossen. Die Abstimmung wird auch zeigen, wie die Stimmung unter den Mitgliedern nach dem Rheinmetall-Aktie-Skandal ist. Da es keine Gegenkandidaten gibt, gilt seine Wahl als Formsache – doch die Versammlung könnte die tiefer liegenden Spannungen innerhalb des Clubs zutage fördern.






