Willich gedenkt lokaler NS-Opfer mit Schülerprojekten und politischen Appellen
Evi NergerWillich gedenkt lokaler NS-Opfer mit Schülerprojekten und politischen Appellen
Gedenkveranstaltung in Willich ehrt lokale Opfer des Nationalsozialismus mit Reden, Musik und Schülern gestalteten Transparenten
In Willich fand eine Gedenkfeier statt, die an die lokalen Opfer des Nationalsozialismus erinnerte. Mit Reden, Musik und von Schülerinnen und Schülern entworfenen Bannern kamen Politiker, Pädagogen und religiöse Würdenträger zusammen, um über die historische Verantwortung und ihre heutige Bedeutung nachzudenken. Unter den Teilnehmenden waren Willichs Bürgermeister Christian Pakusch sowie Vertreter der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.
Die Veranstaltung begann mit einem Gebetsgottesdienst in der Schneekapelle. Anschließend legten die Anwesenden Kränze am Holocaust-Mahnmal nieder, bevor sie sich ins Pädagogische Zentrum der Robert-Schuman-Schule begaben. Schülerinnen und Schüler der 10. und 13. Klassen hatten Transparente gestaltet, die ein Zitat aus dem Talmud trugen: "Ein Mensch wird erst vergessen, wenn sein Name vergessen wird." Auf den Bannern waren die Namen lokaler Opfer verzeichnet, darunter Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach sowie Chaim Werner Rübsteck.
Initiiert wurde die Gedenkveranstaltung von Lehrer Dieter Jansen und der Schulleitung. Schulleiterin Andrea Großkraumbach betonte die Bedeutung von Bildung für die Bewahrung demokratischer Werte. Gleichzeitig warnte sie vor dem wachsenden Antisemitismus, Rassismus und der zunehmenden Feindseligkeit in der Gesellschaft. Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf verwies auf die Befreiung von Auschwitz-Birkenau und verband diese mit dem heutigen Anstieg von Hass. Er rief die Jugendlichen auf, sich gegen Vorurteile und Diskriminierung zu stellen. Bürgermeister Pakusch verurteilte Versuche rechtsextremer Politiker, den Holocaust zu verharmlosen, und äußerte sich besorgt über aktuelle politische Entwicklungen in den USA.
Zum Programm gehörte zudem ein Klaviervortrag des Liedes "Das Land, in dem ich leben will" von Bodo Wartke. Im Anschluss konnten die Teilnehmenden Roll-up-Displays betrachten, die über das Schicksal der jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Willich informierten, die während der NS-Zeit ermordet wurden.
Die Gedenkveranstaltung endete mit einem Appell zu Erinnerung und Verantwortung. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft bekräftigten ihr Engagement, das Andenken an die lokalen Opfer zu bewahren. Die Ausstellungen und Transparente bleiben als dauerhafte Mahnung an der Schule erhalten.






