24 March 2026, 02:13

Willichs umstrittenes Wohnprojekt im Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtplaner

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße, hält Protestschilder und Banner in der Hand, mit Grünpflanzen auf der rechten Seite und einem Gebäude im Hintergrund.

Willichs umstrittenes Wohnprojekt im Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtplaner

Willich treibt ein großes Wohnbauprojekt im Moltkedorf voran, um den dringenden Bedarf an Wohnraum zu decken. Auf dem 2,9 Hektar großen Gelände, das einst als Flüchtlingsunterkunft diente, sollen rund 200 Wohneinheiten entstehen. Doch der Plan stößt auf massiven Widerstand der Anwohner – bis Anfang 2026 haben 156 Bürger offiziell Einspruch eingelegt.

Das Vorhaben umfasst Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und mehrgeschossige Wohnblocks, die um Innenhöfe und Grünflächen gruppiert sind. Kritiker befürchten jedoch, dass das Projekt die Tierwelt gefährdet, den Verkehr verschärft und das Ortsbild nachhaltig verändert.

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Die städtische Planung für das Moltkedorf sieht eine Mischung aus verschiedenen Wohnformen in einer Hofstruktur vor, die durch Rad- und Fußwege mit der Kruse-Straße und der Straße An Liffersmühle verbunden werden soll. Die Zufahrt erfolgt über die Moltkestraße, wobei ein Einbahnstraßen-Ringsystem genutzt wird. Für Parkplätze sind Flächen im Freien, Garagen und möglicherweise eine Tiefgarage vorgesehen.

Die Anwohner haben jedoch zahlreiche Bedenken geäußert. Sie fürchten, dass die viergeschossigen Gebäude über die benachbarten Kleingärten ragen und so Aussicht sowie Sonneneinstrahlung versperren. Verkehrsstaus, Lärmbelastung und Parkplatzmangel stehen ganz oben auf der Liste der Sorgen – trotz der von der Stadt geplanten Parklösungen.

Ein weiterer Streitpunkt sind ökologische Aspekte. Die Bürger wollen einen Grünstreifen an der Moltkestraße 31–35 erhalten, der Lebensraum für Tiere bietet und als natürliche Barriere wirkt. Sie argumentieren, dass Grünflächen die Luftzirkulation verbessern, Regenwasser aufnehmen und die Artenvielfalt fördern – allesamt entscheidend für Klimaresilienz und Lebensqualität.

Ursprünglich war das Gelände als Freifläche und Erholungsgebiet ausgewiesen. Da die Flüchtlingsunterkunft bis Jahresende geschlossen wird, sieht die Stadt nun die Chance, den Wohnungsdruck zu verringern. Die Gegner fordern jedoch einen Stopp des Projekts und verlangen eine Umweltprüfung, den Erhalt der Grünflächen sowie eine stärkere Bürgerbeteiligung bei der Planung.

Das Moltkedorf-Projekt bleibt umstritten, während Willich versucht, Wohnraumbedarf mit den Belangen von Anwohnern und Umweltschutz in Einklang zu bringen. Der städtische Zeitplan wird vorangetrieben, doch der Widerstand von 156 Bürgern zeigt, wie tief die Gräben in Fragen von Verdichtung, Infrastruktur und Grünflächen sind. Weitere Bürgerbefragungen und Gutachten könnten die nächsten Schritte prägen.

Quelle