Wolfram Weimers umstrittenes Gottes-Buch spaltet Deutschland unter Kanzler Merz
Klaudia GnatzWolfram Weimers umstrittenes Gottes-Buch spaltet Deutschland unter Kanzler Merz
Wolfram Weimer, Deutschlands neu ernannter Kulturminister, hat ein umstrittenes Buch mit dem Titel "Sehnsucht nach Gott" veröffentlicht. Darin vertritt er die These, dass der Glaube an Gott unerlässlich sei, um Ordnung in Deutschland und Europa wiederherzustellen. Kritiker hingegen weisen seine Behauptungen als simplifizierend oder gar brandgefährlich zurück.
Bundeskanzler Friedrich Merz berief Weimer am 6. Mai 2025 in sein Amt. Beide verbindet eine langjährige Freundschaft sowie Kontakte über die exklusiven Ludwig-Erhard-Gipfel-Treffen am Tegernsee.
In seinem Buch behauptet Weimer, das Christentum sei die Grundlage von Staat, Grundrechten und sogar der Zukunft der Kinder. Den Niedergang Europas führt er auf Relativisten, "kulturelle Masochisten" und die zurück, die die Religion untergraben. Ein zentraler Gedanke ist dabei, dass das Zeugnis eines Gläubigen mehr Gewicht habe als das eines Atheisten.
Die Ernennung wirft Fragen auf. Manche vermuten, Merz habe Weimer aus aufrichtiger Frömmigkeit ausgewählt, andere unterstellen politische Kalkulation. Die deutsche Presse reagierte scharf: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnete Weimer etwa als "Schwätzer". Ein Artikel, der auf das Buch antwortet, zeigt die Kluft zwischen Weimers Vision und der Realität auf. Der Autor verweist darauf, dass der Berliner Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz trotz Weimers Behauptungen göttlicher Einflüsse kaum spirituelle Tiefe besitze. Statt Trost werde die Rückkehr Gottes als Herausforderung für die einfachen Menschen dargestellt. Gleichzeitig führt der Verfasser das christliche Lied Magnificat als Beleg an, dass eine andere Welt möglich sei – selbst mit Gott. Das steht in krassem Gegensatz zu Weimers kämpferischer Haltung in Fragen von Glaube und Gesellschaft.
Weimers Buch und seine neue Position haben eine Debatte über den Platz der Religion im modernen Deutschland entfacht. Während er den Glauben direkt mit dem nationalen Überleben verknüpft, hinterfragen Kritiker sowohl seine Logik als auch seine Motive. Die Diskussion reicht mittlerweile über theologische Fragen hinaus bis in die Politik, wo Merz’ Entscheidung für Weimer weiterhin auf dem Prüfstand steht.






