Wuppertals Hauptbahnhof dicht: Monatelange Umleitungen für die Bahn-Modernisierung
Klaudia GnatzWuppertals Hauptbahnhof dicht: Monatelange Umleitungen für die Bahn-Modernisierung
Wuppertaler Hauptbahnhof monatelang gesperrt: Großbaustelle für Schienenmodernisierung
Ab diesem Samstag bleibt der Wuppertaler Hauptbahnhof für mehrere Monate geschlossen – Teil einer umfassenden Sanierungsoffensive der Deutschen Bahn. Reisende müssen mit deutlich längeren Fahrzeiten und Ersatzbusverbindungen rechnen. Um die Umstellungen zu erleichtern, hat die Bahn lila Hinweisschilder aufgestellt, die Passagiere durch die Baustellenphase leiten sollen.
Die Arbeiten sind Teil eines 1,5-Milliarden-Euro-Sanierungsprogramms, dessen Kosten die ursprünglichen Schätzungen bei Weitem übersteigen. Ähnliche Projekte in ganz Deutschland zielen darauf ab, die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs zu verbessern – doch nicht alle Modernisierungen halten, was sie versprechen.
Die Sperrung des Wuppertaler Hauptbahnhofs markiert den Auftakt für umfangreiche Bauarbeiten. Fahrten zwischen Wuppertal und Köln dauern künftig mindestens 90 Minuten – mehr als dreimal so lange wie die bisherigen 34 Minuten. Als Ausgleich hat die Deutsche Bahn verstärkte Busverbindungen eingerichtet, die mit kostenlosem WLAN, Echtzeit-Informationen und komfortablen Sitzen die Belastung für die Fahrgäste mindern sollen.
Ein anderes Beispiel ist die Sanierung der Riedbahn, das erste Großprojekt dieser Art in Deutschland. Statt der ursprünglich veranschlagten 500 Millionen Euro kostete es am Ende 1,5 Milliarden – das Dreifache. Trotz der Kostenexplosion stieg die Pünktlichkeit von 59 auf 81 Prozent. Allerdings fehlen bis heute zentrale Modernisierungen wie das Europäische Zugsicherungssystem (ETCS), und wann es nachgerüstet wird, ist unklar.
Insgesamt umfasst das Sanierungsprogramm 40 Projekte auf 4.000 Kilometern Strecke. Zwar wurden lokal bereits Fortschritte erzielt – etwa eine neue Überführungsanlage in Dresden, die nun Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h ermöglicht –, doch insgesamt hinkt die Bahn ihren eigenen Zielen hinterher. Zwischen Köln und Hagen werden veraltete Stellwerke, teilweise in schlechtem Zustand, im Rahmen der aktuellen Arbeiten nicht ersetzt.
Ersatzverkehr auf der Schiene ist oft umstritten, da er Pendler in Richtung Individualverkehr drängt. Um die Beeinträchtigungen abzufedern, setzt die Deutsche Bahn auf digitale Fahrgastinformationen und aufgewertete Busangebote. Auch Bahnsteigüberdachungen und weitere Infrastruktur an den Stationen werden im Zuge der Modernisierung erneuert.
Die Sperrung in Wuppertal ist nur eine von vielen Baustellen, mit denen die Deutsche Bahn ihr Modernisierungsprogramm vorantreibt. Monatlang müssen Fahrgäste mit längeren Reisen und Ersatzbussen leben. Trotz Kostenüberschreitungen und Verzögerungen soll die Offensive langfristig die Leistungsfähigkeit des Schienennetzes verbessern.






