25 April 2026, 14:17

Zufit Simons The Fight Club feiert raue Premiere beim Best OFF Festival Hannover

Ein Buchumschlag mit einer leuchtenden Illustration einer Gruppe tanzender Frauen in energischen, synchronisierten Posen mit detaillierter Kleidung und Gesichtsmerkmalen.

Zufit Simons The Fight Club feiert raue Premiere beim Best OFF Festival Hannover

Choreografin Zufit Simon präsentiert mit The Fight Club ihre neueste Arbeit beim Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Am 23. April feiert die Choreografin Zufit Simon mit The Fight Club ihre jüngste Produktion beim Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover Premiere. Bekannt für ihren präzisen und vielschichtigen Stil, wagt Simon mit diesem Stück einen kühnen thematischen Sprung hin zu Kampf und männlicher Energie. Die Aufführung markiert einen weiteren Höhepunkt in ihrer prägenden Rolle für den zeitgenössischen Tanz in Deutschland – trotz früherer Förderkürzungen und Schließungen von Spielstätten, die ihre Karriere erschwerten.

Geboren 1980 in Israel, zog Simon vor 25 Jahren nach Deutschland und begann bereits mit vier Jahren zu tanzen. Später studierte sie zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Ihr frühes Solo fleischlos wurde 2005 mit dem dritten Platz als Bester deutscher Tanzsolo bei der euroscene Leipzig ausgezeichnet und etablierte sie als eigenständige Stimme der Szene.

Jahre lang war Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig ein zentraler Ort für ihre Arbeiten. Doch 2016 entzog das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur die konzeptionelle Förderung, und 2024 musste das LOT Theater, wo viele ihrer Stücke uraufgeführt wurden, aufgrund von Insolvenz schließen.

Trotz dieser Rückschläge blieb Simons Einfluss ungebrochen. 2025, mit 45 Jahren, erhielt sie den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk. Kritiker vergleichen ihre Choreografien oft mit der molekularen Küche – jede Bewegung auf das Wesentliche reduziert, doch reich an Bedeutung. The Fight Club treibt ihre künstlerische Entwicklung nun weiter voran und erkundet Aggression und körperliche Konfrontation auf eine Weise, die in ihren früheren Werken selten zu sehen war.

Mit ihrer neuen Produktion eröffnet Simon nicht nur ein bedeutendes Festival, sondern spiegelt auch ihren sich wandelnden künstlerischen Fokus wider. Das Stück entsteht nach Jahren institutioneller Umbrüche – von gestrichenen Fördergeldern bis zur Schließung wichtiger Bühnen. Doch ihre Anerkennung durch Preise und anhaltende Premieren bezeugt ihren nachhaltigen Einfluss auf den deutschen Tanz.

Quelle