Kitaplatzmangel in Bergisch Gladbach bleibt trotz sinkender Geburten akut
Kitaplatzmangel in Bergisch Gladbach bleibt trotz sinkender Geburten akut
Bergisch Gladbach kämpft trotz sinkender Geburtenraten mit Kitaplatzmangel
Obwohl die Geburtenzahlen zurückgehen, fehlen in Bergisch Gladbach weiterhin ausreichend Betreuungsplätze für Kinder. Für das anstehende Kindergartenjahr hatte die Stadt 4.221 Plätze eingeplant – weniger als in den Vorjahren. Doch Verzögerungen beim Ausbau und bei Qualitätsverbesserungen haben die Lage verschärft, sodass viele Familien keine garantierte Kinderbetreuung erhalten.
Ursprünglich war die Stadt von 6.411 Kindern unter sechs Jahren bis 2026 ausgegangen. Doch zum 30. Juni 2025 wurden nur 5.762 gezählt – 649 weniger als prognostiziert. Der Rückgang der Geburten hat die Nachfrage zwar leicht entspannt, dennoch bleibt eine Versorgungslücke.
Die geplanten 4.221 Plätze in diesem Jahr bedeuten einen Rückgang gegenüber 4.266 im Vorjahr und 4.312 im Jahr davor. Baustellenverzögerungen und Sanierungen haben die Erweiterung gebremst, sodass weniger Plätze zur Verfügung stehen. Ohne aktuelle Anpassungen hätte das Defizit 402 Plätze betragen. Stattdessen fehlen nun 100 – allesamt im U3-Bereich (Kinder unter drei Jahren).
Die Situation ist je nach Altersgruppe unterschiedlich: Für Kinder unter zwei Jahren gibt es 116 Plätze zu wenig, für die Zwei- bis Dreijährigen hingegen 116 zu viel. Um den Druck zu mindern, haben Träger in 65 Fällen Überbelegungen in Kita-Gruppen zugestimmt. Ohne diese Maßnahmen wären zusätzlich 165 Plätze nötig gewesen.
Die Verwaltung verlässt sich nicht mehr auf Bevölkerungsprognosen, um den Bedarf vorherzusagen. Dieser Strategiewechsel hat die erwartete Lücke verringert, aber nicht vollständig geschlossen. Beamte rechnen nun mit Klagen von Eltern, deren Kinder keinen Platz erhalten.
Trotz sinkender Geburtenraten schrumpft das Betreuungsangebot in Bergisch Gladbach weiter. Mit 100 fehlenden Plätzen könnten Eltern rechtlich gegen die Stadt vorgehen. Die Verwaltung muss nun sowohl die Bauverzögerungen als auch die ungleiche Verteilung der verfügbaren Plätze angehen.
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