Neuer Präsident für das Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelangem Machtvakuum
Nach Machtkampf um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt - Neuer Präsident für das Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelangem Machtvakuum
Carsten Günther ist offiziell zum Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts Münster ernannt worden. Seine Amtsübernahme beendet eine lange Vakanz, die durch den Ruhestand von Ricarda Brandts im Jahr 2021 entstanden war. Die Ernennung erfolgt nach einem jahrelangen Streit, der den Auswahlprozess verzögert hatte.
Günthers juristische Laufbahn begann im Jahr 2000 am Verwaltungsgericht Köln. Im Laufe der Jahre sammelte er Erfahrungen durch Abordnungen ans Bundesjustizministerium, die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen und das NRW-Justizministerium. Zwischen 2007 und 2010 wirkte er als Richter am selben Münsterschen Gericht, dem er nun vorsteht.
Bevor er diese Position antrat, war Günther als Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Düsseldorf tätig. 2015 wechselte er an das Bundesverwaltungsgericht nach Leipzig. Seine Berufung zum Spitzenposten in Münster wurde durch Nordrhein-Westfalens Justizminister Benjamin Limbach formalisiert.
Das Gericht war seit 2021 ohne einen festen Präsidenten. Während dieser Übergangsphase leiteten zwei Vizepräsidenten die Geschäfte und bearbeiteten bedeutende Fälle, darunter die rechtliche Auseinandersetzung um die Einstufung der AfD durch das Bundesamt für Verfassungsschutz. Die Verzögerung bei der Besetzung der Position resultierte aus einem erbitterten Streit, der mehrere Gerichte und sogar einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss einband.
Günther übernimmt nun die Leitung eines Gerichts, das drei Jahre lang nur kommissarisch geführt wurde. Seine früheren Erfahrungen in Münster und in höheren Verwaltungsfunktionen qualifizieren ihn dafür, die Institution durch anhaltende rechtliche Herausforderungen zu steuern. Mit der Beilegung des Streitfalls um die Besetzung kehrt Stabilität in die Führung des Gerichts zurück.
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